Überschuss der Krankenkassen steigt auch im dritten Quartal
  Heilmittelausgaben gehen bundesweit um 4,3% zurück

Der Überschuss der gesetzlichen Krankenversicherung ist im dritten Quartal 2004 nur leicht um 217 Mio. Euro gestiegen. Die Quartalszahlen der sogenannten KV 45 zur Finanzentwicklung der gesetzlichen Krankenversicherung geben ein klares Bild: Die Ausgaben sinken. Der Überschuss der gesetzlichen Krankenkassen erreicht bis Ende September noch einmal 2,64 Mrd. Euro.

Im vergangenen Jahr steckten die Kassen zu dieser Zeit noch tief in den roten Zahlen: Nach drei Quartalen 2003 hatte die gesetzliche Krankenversicherung ein Defizit von 2,6 Mrd. erwirtschaftet.

Die Leistungsausgaben der Krankenkassen gingen im Vergleich zum 1. bis 3. Quartal 2003 je Mitglied um 3,2% zurück. Die Heilmittelausgaben sind im Vergleich zum Vorjahr um 4,3% gesunken. Im Osten liegt das Minus mit 12,7% weit über dem Durchschnitt (Westländer: -2,8%).

Insgesamt wurden 125 Mio. Euro weniger für Heilmittel ausgegeben.Die Heilmittelausgaben sind damit im dritten Quartal schneller gesunken: Die Halbjahreszahlen 2004 wiesen noch ein Minus von 2,2% aus.

Die Ost-West-Schere bleibt dadurch weiter geöffnet: Die Ost-/West-Quote je Versicherten liegt im Heilmittelbereich gleichbleibend bei 75,9%.

Der Anteil der Heilmittel an den Gesamtausgaben der Krankenkassen bleibt niedrig: Nach dem ersten Halbjahr 2004 beträgt er 2,55%.

Die ausführlichen Halbjahres-Zahlen der KV 45 finden Sie hier.

Gesundheitsministerin Schmidt (SPD) erwartet, dass die Überschussentwicklung für die gesetzliche Krankenversicherung im vierten Quartal noch verstärkt wird, da in den Monaten November und Dezember die Weihnachtsgeldzahlungen bei der Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge berücksichtigt werden. Außerdem haben die Krankenkassen zum 1. November die zweite Tranche von 500 Mio. Euro aus dem pauschalen Bundeszuschuss zur Finanzierung der versicherungsfremden Leistungen erhalten, der im Jahr 2004 insgesamt 1 Mrd. Euro beträgt.

Diese Entwicklung lässt hoffen, dass sich die Kassen nicht weiter gedrängt sehen, noch weiter als bisher an der anderen Einsparschraube Heilmittelrichtlinien zu drehen und hier Spielräume nutzen, um negative Auswirkungen insbesondere auf chronisch Kranke und behinderte Patienten so weit wie möglich zu vermindern.

 
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