GKV-HIS: Trügerische Zahlen

Drucken E-Mail 23. Juli 2010Die neuesten Daten des GKV-Heilmittelinformationssystems (HIS) wurden in Teilen der Physiotherapiebranche euphorisch zur Kenntnis genommen. Doch die Freude über ein immenses Umsatzplus im 1. Quartal 2010 gegenüber den Werten des Vorjahres – bundesweit 14,7 % und z. B. in Westfalen-Lippe gar 24,7 % – beruht leider auf einer unvollständigen Darstellung.

So weisen die GKV-HIS-Daten des Vergleichszeitraums im 1. Quartal 2009 eine entscheidende Fußnote auf, nämlich dass „aufgrund von Lieferstörungen einer datenliefernden Stelle das Umsatzvolumen insgesamt zu niedrig ausgewiesen“ wurde. Soll heißen: Die Daten des 1. Quartals 2009 waren unvollständig und sind daher als Vergleichsmaßstab nicht geeignet. Erst in den folgenden Quartalsberichten wurden diese Mängel korrigiert.

Ein realistischer Vergleich ist also nur möglich, indem man die Werte des 1. Quartals 2010 auf das gesamte Jahr hochrechnet und dies dann den Umsatzzahlen des Jahres 2009 gegenüberstellt. Hier ergibt sich für die Physiotherapie bundesweit ein Umsatzplus von moderaten 2,06 %. Westfalen-Lippe schneidet mit +5,27 % ordentlich ab, was aber angesichts der immer noch sehr geringen Verordnungszahlen noch lange nicht ausreichend sein kann.

Der IFK berichtete bereits Anfang der Woche (s. Meldung), dass es mit Baden-Württemberg (-3,29 %), Rheinland-Pfalz (-4,73 %) und dem Saarland (-6,99 %) auch Umsatzverlierer gibt, so dass wahrlich kein Grund besteht, sich mit der Entwicklung zufriedenzugeben.