Modellvorhaben

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Physiotherapieverbände sollen nach Beschluss des Bundestags ab Juli 2008 die Möglichkeit erhalten, mit den Krankenkassen Modellvorhaben nach § 63 SGB V zu vereinbaren. Der Arzt wird dabei zwar weiterhin die Indikation zur Physiotherapie stellen, der Physiotherapeut kann aber „die Auswahl und Dauer der physikalischen Therapie und die Frequenz der Behandlungseinheiten bestimmen“.

Bei den Beratungen zum Pflege-Weiterentwicklungsgesetz im März 2008 hatte der Bundestags-Gesundheitsausschuss unter anderem die Aufgabe, im Pflegebereich die Schnittstelle zwischen ärztlicher und nicht-ärztlicher Therapiekompetenz neu zu definieren. Hiergegen gab es deutlichen Widerstand der Ärzteschaft, die sich auch gegen einen entsprechenden Vorstoß der Heilmittelberufe wandte. Dennoch konnte sich die Bundesarbeitsgemeinschaft der Heilmittelverbände (BHV) in dem oben genannten Punkt durchsetzen. Wenn der Bundesrat im April dem Gesetzentwurf zustimmt, können mit den Krankenkassen ab 1. Juli 2008 Modellvorhaben zur Übertragung medizinischer Kompetenzen auf Physiotherapeuten vereinbart werden.

Der Gesetzgeber hat damit für diese Modellversuche die Verordnungshoheit des Arztes begrenzt und die Mitwirkungsrechte der Physiotherapeuten bei der Durchführung der Therapie erweitert. Wichtig: Die Kosten dieser Modellvorhaben werden nicht aus dem Heilmittelbudget finanziert. So entfällt ein wichtiger Vorbehalt der Ärzte, die Sorge haben, neue Strukturen könnten finanziell zu ihren Lasten gehen.

Weitergehende Regelungen, die die BHV für alle Heilmittelberufe angestrebt hatte, fanden (noch) keine Zustimmung. Insbesondere war auch ein Modellversuch „Direktzugang ohne ärztliche Verordnung (Direct Access)“ nicht umsetzbar. Dennoch ist das Erreichte ein großer Erfolg für den Berufsstand, vor allem weil mit den Verhandlungen zu den Modellversuchen in absehbarer Zeit begonnen werden kann.

Der IFK begrüßt daher diesen Einstieg in eine neue berufliche Dimension, wird aber weiterhin ausdrücklich den Direct Access für qualifizierte Physiotherapeuten fordern. Das entsprechende Positionspapier lesen Sie hier.