Hiervon betroffen sind vor allem Lunge, Bauchspeicheldrüse, Leber und Schweißdrüsen. Mukoviszidose ist bis heute nicht heilbar. Verbesserte Therapieansätze bieten inzwischen jedoch gute Chancen, auch 40 Jahre und länger mit der Krankheit zu leben. Betroffene müssen täglich viel Zeit darauf verwenden, besonders ihre Atemwege von dem unnatürlich zähen Schleim zu befreien. Dieser bietet einen geeigneten Nährboden für Bakterien, die Entzündungen verursachen und langfristig das Lungengewebe zerstören. Menschen mit Mukoviszidose müssen täglich spezielle Atem- und Bewegungsübungen durchführen. Zudem ist sportliche Aktivität bereits im Kindesalter extrem wichtig, da diese die Lungenfunktion verbessert und das Herz-Kreislauf-System stärkt.
Die von einem Gendefekt ausgelöste Mukoviszidose besteht von Geburt an, wird aber häufig erst später erkannt. Eine frühe Diagnose mit direkt anschließendem Therapiebeginn kann jedoch für den Krankheitsverlauf und die Lebenserwartung sehr entscheidend sein. So können Fehlfunktionen der Organe lange Zeit kompensiert und Organzerstörungen vermieden werden. Bereits bei Kindern treten typische Symptome der Erkrankung auf, wie z. B. chronischer Husten, Atemnot, Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen, Untergewicht und erhöhte Anfälligkeit für Infekte. Auch wenn die eigentliche Ursache der Mukoviszidose bisher nicht behandelbar ist, gibt es gute Therapiemöglichkeiten, um diese Symptome zu mildern. Ziel der Physiotherapie ist es, den Betroffenen ein hohes Maß an Normalität und Lebensqualität im Alltag zu ermöglichen. Die Therapie verlangt von Mukoviszidose-Erkrankten viel Disziplin. Nach der Anleitung durch den Physiotherapeuten müssen Betroffene ab einem bestimmten Alter die täglichen Übungen selbstständig durchführen. Das Programm beginnt jeden Morgen nach dem Aufstehen damit, dass Betroffene Medikamente einnehmen und inhalieren, um den Schleim zu verflüssigen. Danach hilft eine spezielle krankengymnastische Atemtechnik – die Autogene Drainage – den Schleim aus der Lunge zu lösen und abzuhusten. Zusätzliche Übungen halten den Brustkorb beweglich. Die rund 45-minütige Therapie sollte mittags und abends wiederholt werden. Täglicher Sport unterstützt zudem die Behandlung: Bewegung fördert die Lockerung des Schleims, eine kräftige Muskulatur verbessert die Atmung.
Ein wichtiges Ziel der physiotherapeutischen Behandlung ist es, Betroffene bei ihrer täglichen Reinigung der Lunge zu unterstützen. In der Therapiepraxis erlernen und üben sie u. a. die Autogene Drainage, eine spezielle Kombination aus Lagerung und Atemtechnik: Der Patient atmet im entspannten, angelehnten Sitz zunehmend tiefer mit Zwerchfellatmung durch die Nase. Am Ende der Einatemphase gibt es eine Pause von ca. vier Sekunden, während der sich die Luft über alle Lungenabschnitte hinter den Schleim verteilt. Die Ausatmung wird verlängert und so dosiert, dass ein möglichst hoher Atemfluss ohne Kompression der Atemwege erfolgt. So wird der Schleim in die Luftröhre hoch transportiert und kann abgehustet werden. Mithilfe der Autogenen Drainage kann sich der Mukoviszidose-Erkrankte möglichst lange eine gute Lungenfunktion erhalten. Das Erlernen der Technik und die regelmäßige Kontrolle durch den Physiotherapeuten, ob sie richtig durchgeführt wird, sind daher wichtig. Entscheidender Aspekt bei der Therapie ist es, dass der Physiotherapeut dem Betroffenen Spaß und Freude an der Bewegung vermittelt und ihn zur Eigentherapie motiviert.