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Piepsen im Ohr?
11. Januar 2007 | Bei Tinnitus kann Physiotherapie helfen
Eigentlich wäre es ganz still im Raum - wenn da nicht das störende Pfeifen, Piepsen, Rauschen oder Summen wäre. Drei Millionen Menschen leiden in Deutschland unter ständigen oder lang anhaltenden Ohrgeräuschen. Einen sogenannten Tinnitus erleben die meisten Erwachsenen irgendwann in ihrem Leben. Doch auch bereits bis zu 80 Prozent aller Jugendlichen kennen störende Ohrgeräusche in unterschiedlicher Erscheinungsform. Betroffene suchen jedoch durchschnittlich erst nach fünf bis acht Jahren einen Arzt auf. Tinnitus ist keine Krankheit im eigentlichen Sinn, sondern ein Symptom, das im Alltagsleben sehr belastend sein kann. Je nach Beeinträchti-gung reichen die Probleme Betroffener von Schlafstörungen bis hin zur Berufs-unfähigkeit. Mögliche Ursachen für Tinnitus sind Lärmschäden, mechanische Schädigungen des Gehörgangs, Morbus Menière (Drehschwindel) oder Stress. Häufig lösen aber auch Probleme im Schulter-Nacken-Bereich oder Störungen des Kausystems die Ohrgeräusche aus. "Hier kann gezielte Physiotherapie Betroffenen wirksam helfen", weiß Ute Repschläger, Vorsitzende des Bundes-verbands selbstständiger Physiotherapeuten - IFK e. V.
Fehlhaltungen am Arbeitsplatz, Verspannungen der Nackenmuskulatur oder Blockie-rungen der Halswirbelsäule können eine gute Durchblutung und Versorgung des Ohrs beeinträchtigen und somit zum Tinnitus führen. Aber auch nächtliches Zähneknirschen ist ein möglicher Auslöser. Durch ständiges Gegeneinanderschieben von Ober- und Unterkiefer steht die Kiefermuskulatur nachts unter Dauerspannung, was zu anhaltenden Ohrgeräuschen führen kann. Bei diesen ursächlichen Problemen hilft dann die Physiotherapie. "Bei einem Tinnitus sollten immer auch Halswirbelsäule, allgemeine Haltung und Kiefergelenke auf Funktionsdefizite untersucht werden", rät Ute Repschlä-ger. "Je nach ärztlicher Verordnung kann ein Physiotherapeut dann Manuelle Therapie oder krankengymnastische Übungen einsetzen, um den Tinnitus zu behandeln."
Die Manuelle Therapie beinhaltet bei der Tinnitus-Behandlung unter anderem Mobilisierungstechniken der Wirbelsäule oder des Kiefergelenks sowie Entspannungs-übungen für die Muskulatur im Schulter-Nacken-Bereich. Auch eine spezielle Haltungsschulung mit Dehnung und Kräftigung der abgeschwächten oder verspannten Muskulatur kann gegen Ohrgeräusche wirksam helfen. Um die Muskelentspannung weiter zu fördern, können zudem Wärmeanwendung die Behandlung unterstützen. "Die Heilungschancen sind bei einem Tinnitus gut", so Ute Repschläger, "laut Robert-Koch-Institut können selbst nach langjähriger Erkrankung Ohrgeräusche wieder abklin-gen - unterstützt durch die richtige Therapie."
So können Sie Tinnitus vorbeugen und eine Therapie unterstützen:
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Drehen Sie den MP3-Player etwas leiser und verwenden Sie bei lauten Konzert- oder Diskothekbesuchen besser schützende Ohrenwatte.
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Vermeiden Sie unnötigen Stress und gönnen Sie sich öfter eine bewusste Pause. Dabei können Sie dann spezielle Entspannungsübungen durchführen, die Sie beim Physiotherapeuten erlernen.
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Bei Bürotätigkeit sollten Sie zwischendurch öfter aufstehen, eine gute Gelegenheit bietet z. B. das Telefonieren. Vermeiden Sie aber auf jeden Fall das Einklemmen des Telefonhörers an der Schulter - dies führt zu starker Verspannung der Muskulatur und belastet die Halswirbelsäule.
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Ihr PC-Bildschirm sollte am Arbeitsplatz so aufgestellt sein, dass Sie ihn ohne Drehbewegung der Halswirbelsäule gut betrachten können.
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