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Hilfe für KiSS-Kinder
5. März 2007 | Bei Symmetriestörung wirksam kombiniert: Manual- und Physiotherapie
Sie schreien viel, haben Schlafstörungen, liegen oft nur auf einer Seite und halten den Kopf schief. Die Rede ist von sogenannten KiSS-Kindern, die an einer Kopfgelenk-induzierten Symmetriestörung leiden. Die Ursache: Steißlagen oder Geburten mit Saugglocke können bei Säuglingen Blockierungen der oberen Halswirbelsäule auslösen, die sich in Asymmetrien und schmerzvermeidender Schonhaltung äußern. Nach Expertenschätzung sind in Deutschland bis zu fünf Prozent aller Kinder betroffen. Symmetriestörungen werden leicht übersehen, da die Symptome schon bald nicht mehr eindeutig sind und sich scheinbar mit dem Laufenlernen verlieren. Ohne eine Behandlung treten einige Jahre später aber häufig motorische Defizite und im Schulalter nicht selten Aufmerksamkeitsstörungen auf. "Als Erwachsene leiden Betroffene dann an Kopf- oder Rückenschmerzen", weiß Ute Repschläger, Physiotherapeutin und Vorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten - IFK e. V. "Die Halswirbel sollten bei Säuglingen eigentlich routinemäßig untersucht werden", ergänzt Dr. med. Heiner Biedermann. "Dies würde etlichen verzweifelten Eltern helfen und den Kindern später viele Probleme und Schmerzen ersparen." Der KiSS-Spezialist und Manualmediziner aus Köln behandelt Betroffene aller Altersgruppen, besonders aber Neugeborene und Kinder, mit einer speziellen Impulsbehandlung. Dabei ist es ihm wichtig, die ärztliche Manipulation wirksam mit Physiotherapie zu kombinieren. "Meine Behandlung macht Physiotherapie oft nicht überflüssig, sondern erleichtert den Therapeuten die Arbeit, so dass die Physiotherapie danach effektiver wirkt", so Dr. Biedermann.
Zur Impulsbehandlung: Nach einer gründlichen Befragung, Untersuchung und Auswertung des Röntgenbilds der Halswirbelsäule setzt der Manualmediziner exakte Impulse unterhalb der Schädelbasis des Patienten. "So wird die obere Halswirbelsäule mobilisiert und Blockierungen oder Funktionsasymmetrien beseitigt", erklärt Dr. Biedermann. Die kurze Behandlung hat oft große Wirkung. Sie verbessert die gesamte Koordination und Motorik des Kindes, ist bei korrekter Ausführung praktisch gefahrlos und kann in jedem Alter durchgeführt werden. Bei Säuglingen ist in 85 Prozent der Fälle nur eine einzige Behandlung nötig. Ältere Kinder und Erwachsene zu therapieren ist etwas zeitaufwendiger, da die Fehlstellung fixierter ist. Meist genügen auch hier aber wenige zeitlich voneinander abgesetzte Behandlungen. Die Erfolgskontrolle wird häufig im Rahmen der physiotherapeutischen Mitbetreuung durchgeführt. So kann bei denjenigen Kindern, die noch motorische Defizite zeigen, eine gezielte Therapie angeschlossen werden.
Für den Therapie-Erfolg
ist die effektive Zusammenarbeit von Kinderarzt, Physiotherapie und
Manualmediziner entscheidend. Im Säuglingsalter, in dem KiSS-Kinder
eine asymmetrische Fehlhaltung aufweisen, kann der Physiotherapeut durch
seine Therapie eine symmetrische Kopfhaltung anbahnen und den Eltern
geeignete Übungen zeigen, die dies unterstützen. Bei einem Teil der
Kinder ist eine zusätzliche Schulung der Wahrnehmung sinnvoll, um die
vorher vernachlässigte Körperseite voll zu integrieren. "Eine frühe
Behandlung der Symmetriestörung kann späteren Problemen vorbeugen, z.
B. Haltungsschwächen und Fehlstellungen der Wirbelsäule, für die eine
therapeutische Haltungsschulung notwendig wäre", erklärt Ute Repschläger.
Die Physiotherapie unterstützt und sichert so die ärztliche Behandlung.
Neues Buch "KiSS-Kinder" (Februar 2007)
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Im aktuell erschienenden Buch "KiSS-Kinder" in dritter, völlig neu bearbeiteter Auflage beschreibt Dr. Heiner Biedermann die effektive Behandlung der Kopfgelenk-induzierten Symmetriestörung. Diagnostik und Verfahren sind auch für Laien verständlich beschrieben. Mit anschaulichen Darstellungen und vielen Fallbeispielen bietet das Buch daher auch für Eltern betroffener Kinder Hilfe. Das Buch erscheint im Thieme-Verlag (ISBN: 9783131288530) und kostet 29,95 Euro. |
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