Pressemitteilungen
Gesund am Arbeitsplatz?
23. Mai 2011 |
Physiotherapeuten machen Unternehmen fit
Rund 3,5 Fehltage pro Erwerbstätigen und 29 Milliarden Euro Krankheitskosten entstehen in Deutschland durch Rückenschmerzen und andere Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems. Zudem nehmen psychische Erkrankungen mit langen Ausfallzeiten kontinuierlich zu. Kein Wunder also, dass betriebliche Gesundheitsförderung in größeren Unternehmen bereits zum Alltag gehört. Doch auch Kleinbetriebe von 1-50 Mitarbeitern müssen nicht auf gesunde Arbeitsplätze verzichten. Viele gesundheitsfördernde Maßnahmen sind hier einfach und schnell umsetzbar. Immer mehr Physiotherapeuten bieten dies vor allem für mittelständische Unternehmen vor Ort an. Ute Repschläger, Vorsitzende im Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten – IFK e. V., erklärt das Konzept: „Der Therapeut kommt in den Betrieb, um Tätigkeiten und Bewegungsmuster der Mitarbeiter am Arbeitsplatz zu analysieren. Dann werden gemeinsam individuelle Strategien erarbeitet, z. B. vorbeugend gegen Rückenbeschwerden oder Stress.“
Ein hoher Arbeitsausfall ist für Unternehmen ein ernstzunehmendes Warnsignal. In vielen Fällen ist er unnötig, da Erkrankungen oft vorgebeugt werden kann. Rückenschmerz und Nackenverspannung sind z. B. oft Folgen von einer starren (Sitz-)Haltung und zu wenig Bewegung. Hier können schon einfache Maßnahmen wie kurze Pausen mit Dehnübungen große Wirkung zeigen. Fakt ist: Betriebliche Gesundheitsförderung reduziert Krankheitskosten und Fehlzeiten um rund 26 Prozent, jeder investierte Euro zahlt sich drei- bis vierfach aus. Somit haben nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch das Unternehmen einen klaren Nutzen. „Moderne Gesundheitsförderung berücksichtigt Arbeitsumgebung und -organisation. Es optimiert also die Arbeitsbedingungen und nutzt aktiv gesundheitliche Ressourcen, um das Verhalten des einzelnen Mitarbeiters positiv zu beeinflussen“, so Ute Repschläger.
Kraft, Druckpunkte oder Symmetrie – Physiotherapeuten erkennen mit wenigen „Handgriffen“, wenn der Ablauf einer körperlichen Bewegung zu einseitig oder unharmonisch ist. Als Bewegungsspezialisten können sie untersuchen, welche Tätigkeiten oder Muster Beschwerden verursachen. Vorbeugend werden Strategien erarbeitet, die Gesundheit, Wohlbefinden und Konzentration verbessern können. Der Physiotherapeut beobachtet idealerweise jeden einzelnen Angestellten an seinem Arbeitsplatz. „Wichtig sind individuelle Lösungen“, weiß Ute Repschläger. „Zum einen gibt es innerhalb eines Betriebs unterschiedliche Tätigkeitsbereiche. Zum anderen ist ein Mitarbeiter vielleicht besonders groß, Links- oder Rechtshänder, der andere hat bereits Rückenbeschwerden oder eine medizinische Vorgeschichte, die berücksichtigt werden muss.“ Die Ratschläge können von Atemübungen über Rückentraining bis Yoga reichen. Auch die ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes zählt natürlich dazu.
Das IFK-Konzept „Bewegter Betrieb“, das Physiotherapeuten bundesweit anbieten, beinhaltet nach einer Analyse der gesundheitsgefährdenden Arbeitsfaktoren, aktive Gruppenkurs-Einheiten und praktische Einzelmaßnahmen. Ein gutes Körpergefühl und neues Verhalten sollen zu einem gesunden Lebensstil motivieren.
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