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Manuelle Lymphdrainage
26. September 2011 | Schwellungen und Schmerzen durch Therapeutenhand lindern
Sie wird unter anderem nach Operationen, bei Rheuma, geschwollenen Beinen oder gegen Migräne eingesetzt: Vor 80 Jahren noch als Scharlatanerie verschrien, ist die Manuelle Lymphdrainage (MLD) heute ein anerkanntes Therapiegebiet. Sie hilft, Ödeme und Schwellungen abzubauen, Schmerzen zu lindern, Wundheilung zu fördern und verhärtetes Gewebe zu lösen. Das Prinzip beruht auf speziellen Grifftechniken, die im Gegensatz zur klassischen Massage keine verstärkte Durchblutung erzielen sollen. „Es handelt sich um rhythmische, kreisende und pumpende Bewegungen der flachen Hände, um die angestaute Flüssigkeit mit sehr geringem Druck in Richtung Hals zu verschieben“, erklärt Ute Repschläger, Vorsitzende im Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten – IFK e. V. In den letzten Jahren wurde oft versucht, mit elektrischen Geräten ähnliche Erfolge zu erzielen. Die manuelle Methode bleibt jedoch wesentlich effektiver.
Neben dem Blutkreislauf besitzt der menschliche Körper mit dem Lymphsystem ein zweites, wichtiges Gefäßsystem. Anders als das Blut wird Lymphe jedoch nicht direkt vom Herzen, sondern vermehrt durch Muskelaktivität angetrieben. Das Lymphsystem dient der Immunabwehr und hat die Aufgabe, Flüssigkeiten abzutransportieren und zu filtern, die sich im Gewebe bei verschiedenen Stoffwechselvorgängen ansammeln. Störungen dieser Funktion führen meist zu einer Ansammlung der Gewebsflüssigkeit, die nach außen durch Schwellungen sichtbar wird. Solche Lymphstauungen treten z. B. nach chirurgischen Eingriffen, Verletzungen, rheumatischen Beschwerden, Herzschwäche oder Krebserkrankungen auf. „Aber auch das Lymphgefäß selbst kann verletzt oder entzündet sein und nicht mehr ausreichend arbeiten“, weiß Ute Repschläger. Auf Anordnung des Arztes wird die Manuelle Lymphdrainage von speziell ausgebildeten Physiotherapeuten eingesetzt, um eine mangelhafte Funktion des Lymphsystems zu unterstützen. Je nach Beschwerdebild werden Arme, Beine, Kopf oder Bauch mit langsamen, kreisförmigen Massagetechniken behandelt, um das Abfließen angestauter Flüssigkeit anzuregen. Die Griffe orientieren sich entlang dem Verlauf der Lymphgefäße in Abflussrichtung hin zu den Lymphknoten. Zudem kann über die Atmung und Anregung entfernt liegender Lymphknoten eine Sogwirkung erzielt werden, die den Abtransport fördert. Auf diese Art kommt es zur Abschwellung des Gewebes, Schmerzen werden reduziert und das Gewebe wird wieder lockerer und weicher, so dass sich auch die Bewegung verbessert. „Um zu verhindern, dass die Flüssigkeit wieder in bereits entstaute Körperbereiche zurückfließt, kann im Anschluss an die Behandlung ein Kompressionsverband angelegt werden“, so Ute Repschläger. In der Physiotherapie wird die Manuelle Lymphdrainage also auch mit Kompressionsverbänden und spezieller Gymnastik ergänzt, um das Therapieergebnis langfristig zu sichern.
Im Akutstadium, z. B. nach einer Tumorentfernung, sollte die Manuelle Lymphdrainage regelmäßig und zeitnah erfolgen. Eine Einheit umfasst mindestens 30 Minuten. Je nach Schweregrad der Erkrankung kann der Arzt zwischen 30, 45 und 60 Minuten Behandlungszeit wählen und auch die Anzahl an Behandlungen pro Woche festlegen. Aktuelle Studien haben zudem ergeben, dass ein besseres Therapieergebnis erzielt wird, wenn die Behandlung ab dem ersten postoperativen Tag einsetzt.
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