8.1 Fortbildung Osteopathie

Widmann Seminar
hpg

Modern – Innovativ – Flexibel > Ihre Ausbildung in Osteopathie
Die IFK-Osteopathie-Fortbildung ist ein intelligent ineinandergreifendes Ausbildungssystem, das Ihre Vorkenntnisse nutzt. Unter dem Dach der Manuellen Medizin ergänzt und vervollständigt die Osteopathie unseren Einsatz am Patienten zu einem umfassenden diagnostischen und therapeutischen System. Bestehende Schwachstellen in der medizinischen Versorgung funktionserkrankter Menschen können endlich geschlossen werden. 
Als Zugangsvoraussetzung benötigen Sie lediglich Ihren physiotherapeutischen oder ärztlichen Abschluss. Während der Ausbildung haben Sie dann die Möglichkeit das Zertifikat zur Manuellen Therapie sowie das Zertifikat in KGG, selbstverständlich gemäß den Richtlinien der gemeinsamen Rahmenempfehlungen, zu absolvieren. Wenn Sie bereits über diese Zertifikate verfügen, reduziert sich Ihr zu absolvierendes Weiterbildungspensum um 260 UE für die MT und 40 UE für KGG. Damit verbleiben nur noch 700 zu absolvierende Unterrichtseinheiten. Die Ausbildung umfasst insgesamt 1000 UE und schließt mit einer Abschlussprüfung ab.
Der Einstieg in die Ausbildung kann nach Absolvierung eines EO-Kurses über das Modul MT, P, V oder C gewählt werden. Kurse des Moduls S können jederzeit besucht werden. Die Ausbildung wird in Anlehnung an die WHO-Standards Osteopathie und die WPO-Hessen durchgeführt. Bereits nach Absolvierung aller technikrelevanten Kurse mit 760 UE erhalten Sie eine Urkunde als Teilnahmenachweis.
Die Ausbildung besteht aus 9 Modulen, die themenorientiert angeboten werden. Dabei kann, unter Berücksichtigung fachlicher Notwendigkeiten, zwischen und innerhalb der Module gewechselt werden. Bereits absolvierte Kurseinheiten können nach entsprechender Prüfung anerkannt werden.
Ziel ist es, Ihnen den menschlichen Organismus als einen systematisch funktionierenden Komplex verständlich und im Sinne des Wortes, „begreifbar“ zu machen. Damit ist die Stimulierung der Selbstheilungskräfte nicht dem Zufall überlassen, sie liegt in Ihren Händen! 
Wie ein roter Faden zieht sich unser „osteopathischer Spirit“ durch die Ausbildung. Als verlässliche Reiz-Effektreaktion, geprägt von der Überzeugung, dass unser Organismus von einer psycho-vegetativ-somatischen Achse durchzogen ist, über die alle Wirkungskreisläufe ablaufen.

Eine grafische Übersicht zur Osteopathie-Fortbildung finden Sie hier.

Inhalt:

  • 4 - 5-jährige Ausbildungszeit für die 1000 Stunden umfassende Ausbildung.
  • Mit MT-Zertifikat verkürzt sich die Ausbildungszeit auf 3 Jahre.
  •  Intelligente, zeitsparende Verknüpfung der Themenbereiche
  •  Ausbildungsaufbau in Anlehnung an die WHO und WPO-Hessen.
  • Besprechung aller gesundheitsrelevanter Themenbereiche (Ernährung, Hormonsystem, Psyche, Pharmakologie, Kommunikation,etc.)
  • Klare Beschreibung der rechtlichen Rahmenbedingungen
  • Wissenschaftlich orientiertes Lernen
  • Umfangreiche Unterrichtsunterlagen
  • Digitales Klassenzimmer
  • E-Book Grifftechniken (im Aufbau)


Teilnahmevoraussetzung:

 Staatliche Anerkennung als Physiotherapeut.

Erläuterung:

Modul MT

Einführung Osteopathie: Modul MT (s. ab Seite 26)

EO: Der Kurs spannt überblickartig einen Bogen über die gesamte Osteopathie hinweg. Anhand direkt umsetzbarer Untersuchungs- und   Behandlungstechniken erhalten Sie einen Querschnitt von der osteopathischen Vorgehensweise und der auf neurowissenschaftlicher Basis stehenden Philosophie unseres Tuns. Das Wunderbare unseres Körpers ist, dass er uns durch subtile Zeichen zeigt, was ihm fehlt, woran er erkrankt ist. Wie bereits zu Zeitendes Hippokrates, gilt es diese Zeichen mit all unseren Sinnen zu entdecken und daraufhin eine moderne, effektive Therapie durchzuführen. Komplexe somatopsychische Verbindungen und die biomechanische Funktionalität aller Strukturen des Körpers (cranial, viszeral, parietal)
spielen dabei eine herausragende Rolle. Kybernetische Regelkreissysteme steuern unseren Organismus. Wer diese verstanden hat, hält den Schlüssel zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte in seinen Händen! 


Modul P (Parietale Osteopathie)

P1 - P3: Strain- and Counterstrain, Myofasziale Dysfunktionsketten, Listening, Ten Steps, FDM, Faszien n. Paoletti und Schleipp, Neurolymphatische und neurovasculäre Therapie, Funktionelle Techniken n. Johnston, Technik n. Schiowitz, Applied Kinesiology.


Modul C (Craniosacrale Osteopathie)

C1: Embryologie und Anatomie des Schädels und ZNS, Suturen, primär respiratorischer Mechanismus (PRM), SBS-Spannungsmuster, Diaphragmata, Stillpointinduktion, Palpationsübungen
C2: Selektive Palpation und Untersuchung verschiedener Schädelknochen, Sinusvenosus Technik, CV IV Technik, subokzipitales Release, Diaphragmata,
C3: Selektive Palpation und Untersuchung des Gesichtsschädels, TMG, Hyoid, Tentorium Release, PRM Gesicht


Modul V (Viszerale Osteopathie)

V1: Fasziale Ketten, Selektive Untersuchung und Behandlung Zwerchfell, Abdomen, Unterbauch, Beckenboden, Blase, Niere, Harnleiter, Eierstöcke, Uterus, general und lokal listening
V2: Fasziale Ketten, Lunge, Pleura, Diaphragma thoracis, Mediastinum, Leber, Galle, Milz, Pankreas
V3: Fasziale Ketten, Selektive Untersuchung und Behandlung Magen, Duodenum, Dünndarm, Dickdarm, Rectum, Zäkum, Ileozäkalklappe, Sphincter-Like-Areas (SLA).


Modul SO (Strukturelle Osteopathie)

SO 1-4: Triggermanipulation, Arthromuskuläre Programmierung, Manipulation Release, MET, AMT, Craniomanipulation, Neurodynamik der Hirnnerven, Differenzialdiagnostik.


Modul K (Klinik)

KK 1-3: Osteopathische Syndrome und chronischer Schmerz, Dorsolumbosacrales Syndrom, dorsolaterales scapuläres Syndrom, Syndrom der oberen Thoraxapertur, Orbitotemporales Syndrom, Orofaziales Syndrom, Viszerothorakales Syndrom, Thorakoabdominales Syndrom, Lumbopelvines Syndrom, vegetativ-dominante Dysregulationspathologien, Fallbesprechungen.


Modul S (Spezialwissen)

BUP- Bildgebende Untersuchungsverfahren: in diesem Kurs wird die Anatomie, Pathologie und soweit möglich funktionelle Bedeutung von MRT-, CT-, Röntgenbildern und anderer bildgebender Verfahren erläutert. Eine standardisierte Inspektion und Interpretation der Bilder soll dazu befähigen, Abweichungen von der Norm, insbesondere Kontraindikationen, zu erkennen und ggf. von Artefakten abzugrenzen.

Pha: Pharmakologie, Messwerte und Medikation

Sie erhalten einen Einblick in die gebräuchlichsten Medikamente und deren Wirkungen und Nebenwirkungen. Viele unserer Patienten nehmen Medikamente, die auch auf osteopathische Therapieinterventionen Einflüsse ausüben. Es ist daher nötig, ein Grundverständnis für die Wechselwirkungen der medikamentösen und osteopathischen Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Systematisch, übersichtlich und begleitet von labortechnischen Parametern werden die verschiedenen Medikamentengruppen besprochen.

EH: Ernährung, Heilung
Unsere Ernährung liefert uns alles was wir für ein gesundes Leben benötigen. Tut sie das heute wirklich noch? Das Seminar beleuchtet die heutigen Probleme und was unser Organismus wirklich benötigt. Physiologische Wechselwirkungen zwischen osteopathischen Interventionen und einseitiger Ernährung sollen beleuchtet werden.

IH: Immunologie, Hormonsystem
Positive Therapieergebnisse sind nur auf der Basis einer ausgewogenen psychoimmunologischen Funktion des Organismus zu erreichen. Das Seminar soll die Funktionsweisen dieser Systeme, dessen Einwirkungen auf das osteopathische Konzept und Wechselwirkungen beleuchten. Eine wichtige Rolle hierbei spielt das Hormonsystem. Viele externe Einflüsse können unsere Hormonbalance nachhaltig stören und zu somatischen Dysfunktionen führen.

PKo: Kommunikation, Anamnese, Psychologie
In der Fortbildung werden die Grundlagen der Kommunikation und des Johari-Fensterssowie das 4-Ebenen-Modell nach Schulz von Thun thematisiert. Weitere Inhalte stellen Rapport/Joining mit dem Patienten, Empathievermögen, situative, personelle und berufliche Kompetenz sowie verbale und nonverbale Kommunikation dar. Besondere Praxisrelevanz haben außerdem die Themen Reflexionsvermögen, Konfliktfähigkeit und Umgang mit Stresssituationen.

Päd: Pädiatrie
Somatische, neurologische und viszerale Entwicklungs- und Reifungsprozesse, spezielle somatische Dysfunktionen im Kleinkind-, Kindes- und juvenilen Alter, differenzialdiagnostische Abklärung, fachärztliche Interventionsmöglichkeiten, spezielle, altersgemäße Untersuchungs- und Behandlungsstrategien, Beratung der Eltern zur Pathogenese und Salutogenese.

KGG: Automobilisation, Autostabilisation
Muskuläre Beeinflussung der Arthrokinematik im Sinne der Automobilisation und Autostabilisation aller Extremitätengelenke und der Wirbelsäule, Durchführungsbestimmungen, Trainingsplanung, Gruppenaufbau, Koordination, Ausdauer, Beweglichkeit, Kraft, Schnelligkeit, Belastungsnormativa, Trainingsprinzipien, segmentale und artikuläre Trainingswirkung.

Präp: Anatomie am Präparat
Im Rahmen der Fortbildung führen differenzierte anatomische Studien zur Verbesserung der dreidimensionalen anatomischen Kenntnisse und deren funktionellen Zusammenhänge. Zu den wichtigsten Inhalten zählen das muskuloskelettale System, das innere Organsystem, der fasziale abdominale und thoracale Halteapparat, das Mediastinum, Diaphragmen, der Schluckapparat sowie das Cranium einschließlich des craniomandibulären Bereichs. Außerdem sind das Blutgefäßsystem, das Lymphsystem sowie das Nervensystem Gegenstand der Fortbildung.


Modul RW (Recht & Wissenschaft)

BR: Berufsrecht
Berufsrecht Physiotherapie, Arzt und Heilpraktiker, heutiger Stand der gesetzlichen Rahmenbedingungen in der Ausübung der Osteopathie und Manuellen Therapie/Medizin. Osteopathische Arbeit mit und ohne ärztliche Verordnung. Notwendigkeiten zur Abwehr haftungsrechtlicher Probleme.

FM/E: Qualitative und quantitative Forschungsmethoden und Ethik
Wissenschaftliches Denken und Arbeiten in der Physiotherapie und Manuellen Medizin/Osteopathie ist von großer Wichtigkeit. Jeder Praktiker erwirbt sich über dieses Seminar ein Grundrüstzeug zur Erstellung wissenschaftlich nachvollziehbarer Strategien in der Untersuchung und Behandlung. Ebenso wird das Lesen und Bewerten von Studien besprochen. Darüber hinaus wird die Erstellung eines Fallberichts vorgestellt und geübt. Bei jeder Arbeit am Menschen, wie auch der Erstellung einer Studie, spielen ethische Aspekte eine große Rolle. Nicht alles was untersuchungswürdig und interessant wäre, ist moralisch auch möglich. Diese Faktoren und die vertretbare Herangehensweise an ein Projekt werden verständlich und umsetzbar vermittelt. Zudem werden ethische Aspekte in der praktischen Tätigkeit reflektiert.

AP: Abschlussprüfung
Die Abschlussprüfung erfolgt entsprechend der IFK-Osteopathie-Prüfungsordnung und umfasst einen Fallbericht, einen schriftlichen, einen praktischen und einen mündlichen Prüfungsteil mit themenübergreifendem Fachgespräch auf der Grundlage des Fallberichts. Nach bestandener Prüfung erhalten Sie eine Urkunde "Osteopathie".

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Auslaufende Reihe Modul B (Basis)
P4: MET, AMP (Arthromuskuläre Programmierung), Myofasziale Release (MFR), CMD und Kopfgelenke, Gehirn, Liquor

Modul K (Klinik)
KiK P: Klinik Integration aller Techniken anhand klinischer Bilder/Patienten
KiK V: Klinik Integration aller Techniken anhand klinischer Bilder/Patienten
KiK K: Osteopathische Syndrome und chronischer Schmerz Differenzielle Funktionsdiagnostik und Behandlung der autonomen Kopfschmerzen und des laryngomediastinalen Syndroms, bei Schwindel, von Stereotypstörungen, Inkoordinationen und der thorakalen Hochatmung, faszialer Ketten nach Paoletti, Interpretation und Anwendung der Chapman-Punkte, Lösungsstrategien bei chronischen Schmerzsyndromen(z. B. Fibromyalgie, low back pain, chronischer Beckenbodenschmerz) und lymphatischen Störungen.

HIK 1-3: Holistische Intervention bei vegetativ-dominanten Dysregulationsmodellen Spezifizierte, differenzialdiagnostisch orientierte Anamneseerhebung, analytische, pathologieund segmentorientierte Funktionsdiagnostik, segmental abhängige Dysfunktionsketten, Kontraindikationen, Kriterien für eine fachärztliche Zusatzuntersuchung, Arbeitshypothese, prognostische Einschätzung, Behandlungsplan, Pathologiespezifische Auswahl erlernter Behandlungstechniken (myofaszial, neurodynamisch, viszeral, arthrogen, lymphatisch etc.). Durchführung situativer, reproduzierbarer und signifikanter Retests zur Kontrolle der angewandten Behandlungsmethoden, schriftliche Kommunikation mit Ärzten und anderen an der Behandlung
beteiligten med. Fachpersonen, Beratung der Patienten und ggf. Angehörigen, Dokumentation der erhobenen klinischen Zeichen und deren Interpretation sowie der Behandlungsmethoden.
Die Kurse sind in Themenbereiche geordnet:
HIK 1: Vegetativ-dominante Dysregulation cranio-cervical
HIK 2: Vegetativ-dominante Dysregulation thoraco-sternal
HIK 3: Vegetativ-dominante Dysregulation lumbo-sacral