Asthma-Studie

Atemnot, Erstickungsgefühle und Hustenanfälle gehören bei 9,2 Prozent der deutschen Bevölkerung zum Alltag. Sie leiden an Asthma, einer entzündlichen Erkrankung der Atemwege, die zur Verkrampfung der Bronchien führt. Ausgelöst wird Asthma durch Allergien oder Infektionen der Atemwege. Da Symptome besonders bei körperlicher Anstrengung auftreten, meiden viele Asthmatiker aktive Betätigung. Früher wurde sogar irrtümlich dazu geraten, wenig Sport zu treiben. „Neue Studien belegen aber selbst bei schwerem Asthma den Nutzen eines regelmäßigen Ausdauertrainings“, so Ute Repschläger, Vorsitzende im Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten – IFK e. V. „Neben Atemtherapie helfen aktive Übungen, die Vitalkapazität der Atemorgane zu trainieren und können zudem die Angst vor Anfällen mindern.“ In der Physiotherapie werden vor allem Atemübungen, Entspannungstechniken und gezieltes Muskeltraining eingesetzt, um Asthma zu lindern.

Asthma hat sich mit zunehmender Industrialisierung stark ausgebreitet. Weltweit sind laut Weltgesundheitsorganisation WHO rund 150 Millionen Menschen betroffen. Aber auch die Behandlungsmöglichkeiten haben sich weiterentwickelt. Medikamente helfen, die Bronchien zu weiten und Entzündungen der Atemwege zu minimieren. Zudem sorgt Physiotherapie dafür, dass Betroffene ein möglichst symptomfreies Leben führen können. Hier werden Techniken vermittelt, die eine effektive Atmung ermöglichen und die Angst vor Atemnot nehmen. Eine Studie2 hat zudem belegt: Zweimal wöchentlich 30 Minuten Ausdauertraining bewirken viele weitere symptomfreie Tage. Die krankengymnastische Atemtherapie kann hierfür eine wichtige Voraussetzung sein: „Therapeutische Übungen vermitteln dem Asthma- Patienten die Erfahrung, dass der Atemvorgang beeinflussbar ist und auch einer körperlichen Belastung wie Sport angepasst werden kann“, erläutert Ute Repschläger.

Jeder Asthma-Anfall kann bei Betroffenen die Angst zu ersticken wecken. Daher trainiert der Physiotherapeut, die Aufmerksamkeit von der Atemnot auf den Körper und die Atemtechnik zu richten. Während der Einatmung kann der Atem in verschiedene Bereiche des Körpers gelenkt und bewusst wahrgenommen werden. Besonders wichtig ist eine Atmung in den Bauchraum, denn nur so kann das Zwerchfell – der größte Atemmuskel – hinreichend aktiviert werden. Bei der Atemtherapie erlernen Betroffene auch atemerleichternde Körperhaltungen, um z. B. einen akuten Anfall leichter zu bewältigen. Bei der „Torwarthaltung“ werden die Arme auf die Oberschenkel gestützt, so dass der Brustkorb entlastet und die Atmung erleichtert wird. Auch die „Lippenbremse“ ist sinnvoll. Sie verhindert, dass die Bronchien beim Ausatmen zusammenfallen – somit kann die Luft leichter ausströmen. Weitere Techniken helfen gegen den starken Hustenreiz, unter dem Asthmatiker oft leiden. Ute Repschläger erklärt: „Durch die Entzündung bildet sich zäher Schleim in den Bronchien, der abgehustet werden muss.“ Zuvor ist es allerdings erforderlich, dass er sich erst aus den Bronchien löst, z.B. durch eine Drehdehnlage des gesamten Körpers. Wichtig für die effektive Atmung ist ein elastischer Brustkorb, eine freie Oberkörperbeweglichkeit mit Betonung der Drehung    und    Streckung,    die    Kräftigung    des    Zwerchfells    und Spannungssenkung der Atemhilfsmuskulatur.

In der Regel kann der behandelnde Arzt einem Asthma-Patienten die Behandlung beim Physiotherapeuten verordnen. „Leider sind viele Betroffene kaum über ihre Krankheit informiert und wissen nicht, dass zusätzlich zum Asthmaspray auch Atemtherapie und verschiedene Übungen helfen können“, so Ute Repschläger. „Hier müssen wir zusammen mit den Ärzten noch viel Aufklärung leisten.“