Vergütungsverhandlungen

Der jahrelange Druck des IFK und des Spitzenverbands der Heilmittelverbände (SHV) hat Wirkung gezeigt: Mit dem Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz (HHVG) ist die Grundlohnsummenbindung im April 2017 gefallen – zumindest bis Ende 2019. Bisher sorgte dieser Mechanismus dafür, dass Vergütungsverhandlungen mit den gesetzlichen Krankenversicherungen auf marginale Prozentsätze begrenzt wurden. Nun können die Berufsverbände Abschlüsse erzielen, die deutlich oberhalb der Grundlohnrate für 2017 von 2,5 Prozent liegen.

Die bisherigen Verhandlungen für das Jahr 2017 haben bereits erste Erfolge mit spürbaren Erhöhungen teilweise im zweistelligen Bereich gebracht - für einzelne Zertifikatspositionen wurden die Preise sogar um mehr als 30 Prozent erhöht. Aufgrund unterschiedlicher Vertragslaufzeiten und der Vereinbarung von Sonderkündigungsrechten mit Inkrafttreten des HHVG, laufen in einigen Vertragsgebieten aktuell noch die Verhandlungsrunden. IFK-Mitglieder werden zeitnah nach Verhandlungsabschluss über die jeweiligen Ergebnisse informiert.

Die Auswirkungen des GKV-Versorgungsstärkungsgesetzes – das bereits im Juni 2015 in Kraft getreten ist – werden in diesem Jahr nur noch eine relativ geringe Rolle spielen. Die Regelung zu den sogenannten Preisuntergrenzen, die im Vorjahr eine Preissteigerung von durchschnittlich rund fünf Prozent und der Branche ein Umsatzwachstum von rund 200 Mio. Euro beschert hat, schwächt sich naturgemäß ab, weil die größten Preisunterschiede bereits im vergangenen Jahr ausgeglichen wurden. Bekanntermaßen ist eine höhere Vergütung aber weiterhin dringend angezeigt, um beispielsweise auch die flächendeckende  Versorgung mit Physiotherapie zukünftig sicherstellen zu können.

Man kann es nicht oft genug sagen: Ein fachlich anspruchsvoller und attraktiver Beruf ist für potenzielle Auszubildende und berufliche Wiedereinsteiger uninteressant, wenn sich das Einkommensniveau am unteren Ende der Einkommensskala befindet. Die aktuellen Entwicklungen bei den Vergütungsverhandlungen zeigen jedenfalls in eine positive Richtung und machen Hoffnung, dass die Vergütungen in der Physiotherapie dank der berufspolitischen Bemühungen des IFK und SHV endlich auf ein angemessenes Niveau gehoben werden.