Modelle mit Mehrwert für Patienten

SHV verabschiedet Positionspapier zur Blankoverordnung

Köln, 5. Juli 2017 Der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) hat konkrete Eckpunkte für die Umsetzung der gesetzlich vorgesehenen Modellvorhaben zur Blankoverordnung formuliert. Das Ziel einer deutlichen Verbesserung der Patientenversorgung kann nur dann erreicht werden, wenn die Versorgungsverantwortung der Therapeuten gestärkt wird. Dafür müssen die therapeutischen Rahmenbedingungen stimmen.
Berufsverbände und Krankenkassen stehen mit der flächendeckenden Einführung von Modellvorhaben zur Blankoverordnung vor einer gewaltigen organisatorischen und inhaltlichen Aufgabe: In jedem Bundesland sollen Modellvorhaben umgesetzt werden, bei denen die Therapeuten die Verantwortung für Auswahl (Art der Therapie), Dauer (Gesamtbehandlungsmenge) und Frequenz (je Woche) der Heilmitteltherapie selbst tragen. Die SHV-Mitgliedsverbände DVE, IFK, VPT und ZVK nehmen den gesetzlichen Auftrag zur Erprobung der Blankoverordnung ohne Vorbehalt an, verknüpfen damit aber klare Qualitätsanforderungen an die konkrete Ausgestaltung, damit das Projekt im allseitigen Interesse ein Erfolg wird.
„Ergo- und Physiotherapeuten übernehmen gerne mehr Verantwortung, wenn die Rahmenbedingungen stimmen und ein Mehrwert in der Patientenversorgung entsteht!“, erklärt Ute Repschläger, Vorsitzende des SHV. „Wir als Spitzenverband haben deshalb in einem gemeinsamen Positionspapier zur Blankoverordnung wichtige Versorgungsparameter formuliert, auf die sich die Modellvorhaben erstrecken müssen.“
So hält es der SHV für unverzichtbar, in den Modellvorhaben eine neue Leistungsposition „therapeutische Diagnostik“ zu erproben, um so die Indikation auf der Basis einer ergo- bzw. physiotherapeutischen Diagnostik abzusichern.
„Eine hohe wissenschaftliche Qualität ist unverzichtbar, um sowohl die interne als auch die externe Validität zu gewährleisten“, so Ute Repschläger. Der SHV fordert deshalb randomisierte Studien mit Kontrollgruppe, die gezielt Diagnosen sowie ausgewählte primäre und sekundäre Endpunkte untersuchen. Dabei sind aus Sicht des SHV unterschiedliche Settings (Orte der Behandlung) sowie die bestehende Evidenz zu berücksichtigen.
Über den Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) e.V.:
Der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) ist die maßgebliche Spitzenorganisation auf Bundesebene im Heilmittelbereich. In den Mitgliedsverbänden des SHV sind mehr als 70.000 Therapeuten organisiert. Aktuell bilden drei physiotherapeutische Verbände (IFK, VPT und ZVK) und ein ergotherapeutischer Verband (DVE) den SHV. Mehr Informationen zum Spitzenverband gibt es unter www.shv-heilmittelverbaende.de.

Weitere Artikel

G-BA erweitert Diagnoseliste zum langfristigen Heilmittelbedarf (LHB)

2026 | 21.08. In seiner gestrigen Sitzung hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Diagnoseliste für den langfristigen Heilmittelbedarf (LHB) um die Indikationen „Multisystematrophie vom Parkinson-Typ (MSA-P, ICD-10-GM G23.2)“ und „Multisystematrophie vom zerebellären Typ (MSA-C, ICD-10-GM G23.3)“ erweitert.

Erhöhung der Höchstbeträge für beihilfefähige Aufwendungen ab 1. September 2026

2026 | 18.08. Ab dem 1. September 2026 steigen erneut die Höchstsätze der Bundesbeihilfeverordnung für einige Leistungen. Dies betrifft unter anderem die Erweiterte ambulante Physiotherapie (EAP) (Anstieg von 115,30 Euro auf 123,80 Euro) sowie Leistungen im Bereich „Sonstiges“, die für alle Heilmittelbereiche einheitlich gelten. Hierzu gehört auch die versorgungsbezogene Pauschale je Blankoverordnung (Anstieg von 98,60 Euro auf 102,70 Euro), die bei beihilfeberechtigten Patienten noch erstattet wird.  

Wie sich die Telematikinfrastruktur weiterentwickelt

2026 | 17.08. In unserer Reihe „TI: Schluss mit dem Aufschieben“ führen wir Sie Woche für Woche an die TI heran. Heute wollen wir einen Blick auf ihren derzeitigen Stand und geplante Weiterentwicklungen werfen. Dass sich die Telematikinfrastruktur weiterentwickelt, wird vor allem daran deutlich, dass wir seit 2026 von der TI 2.0 sprechen. Diese Weiterentwickelung funktioniert von jedem Ort aus und ganz ohne spezielle Geräte, da sie über das Internet erreichbar ist.