Teil 5: Ausgezeichnete Forschungsarbeiten

Mit dem Ziel, die wissenschaftliche Arbeit in der Physiotherapie und eine Akademisierung des Berufsstandes zu unterstützen, kürt der IFK seit 2005 jedes Jahr in feierlichem Rahmen die besten Abschlussarbeiten aus Studiengängen der Physiotherapie. Beim diesjährigen 13. Tag der Wissenschaft erhielten insgesamt sechs Bachelor- und Master-Absolventen einen der begehrten IFK-Wissenschaftspreise.

Die Forschungsergebnisse der Preisträgerinnen und Preisträgern geben interessante Antworten auf aktuelle physiotherapeutische Fragestellungen. Diese möchten wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten und stellen die einzelnen Abstracts der preisgekrönten wissenschaftlichen Arbeiten noch einmal vor.

Der nächste Preisträger der Serie ist Tibor Szikszay (HS Osnabrück), der mit seiner Masterarbeit zum Thema „Neuromuskuloskelettales Assessment des N. occipitalis major bei Probanden mit seitendominanten Kopfschmerzen: Eine diagnostische Fall-Kontrollstudie“ den 2. Preis in der Kategorie „Master-Arbeiten“ erhielt:

Hintergrund: Die Untersuchung der Druckmechanosensitivität und des longitudinal nervalen Systems werden häufig bei verschiedenen Kopfschmerzarten empfohlen. Ein wissenschaftlicher Konsens über deren Evaluation bei seitendominanten Kopf- und Nackenschmerzen (SDKNS) besteht derzeit nicht.

Methode: Zwei verblindete Untersucher evaluierten die Drucksensitivität mittels Pressure Pain Thresholds (PPT) auf zwei verschiedenen Lokalisationen des N. occipitalis major (NOM), den Occipitalis-Longsitting-Slump (OLSS) bei Probanden SDKNS (n = 38) und einer Kontrollgruppe (n = 38).

Ergebnisse: Die Drucksensitivität (PPT) des NOM am Occiput scheint bei SDKNS im Vergleich zur Kontrollgruppe geringer zu sein (p = 0,001). Ein Unterschied für die Drucksensitivität des NOM auf der Linea Nuchae sowie ein Seitenunterschied lag für beiden Lokalisationen nicht vor (p < 0,05). Während des OLSS konnte eine signifikant höhere Schmerzintensität der SDKNS-Probanden gezeigt werden (p < 0,001). Die schmerzdominante Seite war im Vergleich zur nicht-dominanten Seite hierbei signifikant sensitiver (p = 0,004).

Schlussfolgerung: Die Palpation des NOM am Occiput und der OLSS scheinen potenziell relevante Untersuchungen bei SDKNS zu sein. Eine gesteigerte Sensitivität der nicht-dominanten Seite kann auf zentrale Sensibilisierungsprozesse hinweisen. Künftige Forschung sollte die Effektivität der neuromuskuloskelettalen Behandlung des NOM untersuchen.

Weitere Artikel

G-BA erweitert Diagnoseliste zum langfristigen Heilmittelbedarf (LHB)

2026 | 21.08. In seiner gestrigen Sitzung hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Diagnoseliste für den langfristigen Heilmittelbedarf (LHB) um die Indikationen „Multisystematrophie vom Parkinson-Typ (MSA-P, ICD-10-GM G23.2)“ und „Multisystematrophie vom zerebellären Typ (MSA-C, ICD-10-GM G23.3)“ erweitert.

Erhöhung der Höchstbeträge für beihilfefähige Aufwendungen ab 1. September 2026

2026 | 18.08. Ab dem 1. September 2026 steigen erneut die Höchstsätze der Bundesbeihilfeverordnung für einige Leistungen. Dies betrifft unter anderem die Erweiterte ambulante Physiotherapie (EAP) (Anstieg von 115,30 Euro auf 123,80 Euro) sowie Leistungen im Bereich „Sonstiges“, die für alle Heilmittelbereiche einheitlich gelten. Hierzu gehört auch die versorgungsbezogene Pauschale je Blankoverordnung (Anstieg von 98,60 Euro auf 102,70 Euro), die bei beihilfeberechtigten Patienten noch erstattet wird.  

Wie sich die Telematikinfrastruktur weiterentwickelt

2026 | 17.08. In unserer Reihe „TI: Schluss mit dem Aufschieben“ führen wir Sie Woche für Woche an die TI heran. Heute wollen wir einen Blick auf ihren derzeitigen Stand und geplante Weiterentwicklungen werfen. Dass sich die Telematikinfrastruktur weiterentwickelt, wird vor allem daran deutlich, dass wir seit 2026 von der TI 2.0 sprechen. Diese Weiterentwickelung funktioniert von jedem Ort aus und ganz ohne spezielle Geräte, da sie über das Internet erreichbar ist.