Wissenschaftliches Institut der AOK unterstreicht steigende Bedeutung von Heilmitteln

Die Zahlen des kürzlich veröffentlichten Heilmittelberichts 2017 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) bestätigen die steigende Bedeutung von Heilmitteln und dabei insbesondere der Physiotherapie. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ist es daher umso wichtiger, die Rahmenbedingungen für den Beruf des Therapeuten nachhaltig zukunftsfähig zu gestalten.

Aufgrund des zunehmenden Bedarfs an Heilmitteln stiegen die GKV-Ausgaben für Heilmittel laut des WIdO-Berichts in den letzten zehn Jahren um 66,7 Prozent. Dabei wurden 84,7 Prozent der verordneten Heilmittel für physiotherapeutische Behandlungen aufgewandt. Weiterhin wird die hohe Bedeutung der Physiotherapie durch den mit 71,7 Prozent an allen Heilmitteln umfassenden Umsatzanteil unterstrichen.

Allerdings hat diese Entwicklung einen Haken: Die Physiotherapie profitiert von dieser nur stark unterproportional und musste in den Jahren 2015 und 2016 sogar rückläufige Verordnungszahlen verzeichnen. Trotz der demografischen Entwicklung stiegen die Verordnungsmengen in der Physiotherapie seit 2007 nur marginal um insgesamt 4,5 Prozent. Dies ist aus Sicht des IFK ein Indiz für die Unterversorgung mit Physiotherapie.

Besorgniserregend ist vor allem die Tatsache, dass der WIdO-Heilmittelbericht einmal mehr den zunehmenden Bedarf an Heilmittelerbringern belegt, während die Branche einen immer stärker spürbaren Fachkräftemangel beklagt. Wenn nicht baldigst entsprechende verbesserte Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit sich junge Menschen für einen Heilmittelberuf z. B. in der Physiotherapie entscheiden, wird man dem steigenden Bedarf in einer immer älter werdenden Gesellschaft nicht mehr gerecht werden können. Hier ist die Politik gefordert, entsprechend zu reagieren, um auch die langfristige Versorgung mit Heilmitteln sicherzustellen. Der IFK wird hier weiter die Gespräche mit den politisch Verantwortlichen suchen, um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen.

Den gesamten WIdO-Heilmittelbericht finden Sie hier.

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