csm_a7224_37760e092f.jpg

IFK-Wissenschaftspreis 2019 – Luomajoki-Testbatterie bei unspezifischen Rückenschmerzen

Bereits zum 15. Mal prämierte der Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten (IFK) herausragende wissenschaftliche Arbeiten von Studierenden. Die Serie „IFK-Wissenschaftspreis 2019“ stellt die Forschungsthemen der Preisträger vor. Die Arbeiten werden zudem ausführlicher in den kommenden Ausgaben des IFK-Fachmagazins physiotherapie vorgestellt.

1. Preis Masterarbeit


Christoph Biele, HS-Osnabrück


Ist eine Erweiterung der Testbatterie nach Luomajoki zur motorischen Kontrolle bei unspezifischen Rückenschmerzen sinnvoll?



Christoph Biele untersuchte mit seiner Fragestellung, ob Patienten mit lumbalen Rückenschmerzen (LBP) bei Anwendung von elf Tests zur motorischen Kontrolle (MCT) sicherer von Gesunden differenziert werden können als bei Anwendung der Testreihe von Luomajoki, die aus sechs Tests besteht. Hierzu wurden in vier verschiedenen privaten Physiotherapiepraxen in Deutschland konsekutiv Teilnehmer rekrutiert. Die Probanden wurden nach dem Kriterium LBP/kein LBP in zwei Gruppen aufgeteilt. Mindestens 64 Probanden wurden pro Gruppe inkludiert.


Vorab wurde im Konsens von Praxisexperten eine klinisch basierte Testbatterie zusammengestellt. Im Vergleich zur Testbatterie nach Luomajoki sollten auch Tests Berücksichtigung finden, die die Bewegung der oberen Extremitäten einschließen. Folgende Tests wurden inkludiert: Forward Bend (FB), Return (FB), Sitting Forward Lean (SFL), Knee Extension (SKE), Pelvic Tilt (PT), One-Leg-Stance (OLS), Side-Bending (Lat-F), Rocking Forward (Rf), Knee Flexion (PKF), Hip Abduction/Lateral ROT (BKFO) und Shoulder F resting L-spine on wall (ShFw).


Neun zuvor ausgebildete, verblindete Untersucher führten die Testung in jeweils einer Sitzung pro Teilnehmer durch. Es zeigte sich, dass durch die Erweiterung der Testbatterie von sechs auf elf Elemente die Sensitivität der Körperlichen Befundung und somit die Diagnosegenauigkeit verbessert werden kann.


Die Jury befand, dass Christoph Biele in seiner Masterarbeit eine klinisch hochrelevante Fragestellung aufgreift, die in der Ausarbeitung Anschluss an zahlreiche bereits bekannte nationale und internationale physiotherapeutische Tests für die Untersuchung von Patienten mit unspezifischen LBP findet. Aus den Ergebnissen seiner Arbeit lässt sich ein Zusammenhang zwischen Motorischer Dysfunktion und unspezifischen LBP schlussfolgern und es lassen sich konkrete Empfehlungen für den physiotherapeutischen Untersuchungsprozess ableiten. Zudem bietet der Autor mit seiner Arbeit die Grundlage für weitere Forschungsansätze, die den physiotherapeutischen Behandlungsprozess bei dieser Patientengruppe evidenzorientiert weiterentwickeln könnten. Insgesamt überzeugt diese Masterarbeit die Jury durch den sehr hohen Praxisbezug und die aufwendig durchgeführte wissenschaftliche Methode.


Herzlichen Glückwunsch, Christoph Biele!

Weitere Artikel

FinanzKommission Gesundheit empfiehlt einschneidende Sparmaßnahmen in der Physiotherapie

2026 | 02.04. Die FinanzKommission Gesundheit hat den lang angekündigten Bericht mit Empfehlungen zur finanziellen Stabilisierung der Gesetzlichen Krankenversicherung veröffentlicht. Einige der vorgestellten Maßnahmen betreffen auch die Physiotherapie. Der IFK wird den Bericht in den nächsten Tagen in enger Abstimmung mit den Partnerverbänden im Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) e. V. prüfen und bewerten.

Der IFK wünscht schöne Ostertage

2026 | 02.04. Während der Osterfeiertage bleibt unsere Geschäftsstelle geschlossen. Auch der IFK-Chat steht in dieser Zeit nicht zur Verfügung. Ab dem 7. April sind wir wieder wie gewohnt für Sie da. Wir wünschen Ihnen erholsame und schöne Ostertage!

NRW sieht Chancen im Direktzugang zu Therapien – verweist aber auf Bund

2026 | 01.04. Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen bewertet den möglichen Direktzugang zu therapeutischen Leistungen grundsätzlich positiv, sieht die Zuständigkeit jedoch beim Bund. Das geht aus einer Antwort auf eine Kleine Anfrage 7192 vom 9. Februar 2026 der Abgeordneten Silvia Gosewinkel, Christina Weng und Rodion Bakum der SPD-Fraktion hervor.