Experten aus Medizin und Therapie referierten beim Symposium „Sensomotorische Entwicklung im Säuglingsalter“

Mit den Einflüssen von Funktion, Metabolik und psychosozialem Umfeld auf die Entwicklung von Kleinkindern beschäftigten sich Anfang Oktober die rund 65 Teilnehmer des Symposiums „Sensomotorische Entwicklung im Säuglingsalter“, das der IFK zusammen mit dem Deutschen Verband Ergotherapie (DVE) und dem Manualmediziner Dr. Heiner Biedermann durchgeführt hatte. Vor einem heterogenen Publikum aus Ergotherapeuten, Physiotherapeuten und Ärzten referierten Fachleute aus Medizin und Therapie über unterschiedliche Blickwinkel auf die Entwicklung von Säuglingen. Dr. Heiner Biedermann eröffnete das Symposium, begrüßte die Anwesenden und führte durch den Tag. 

Im ersten Fachvortrag ging der Kinderchirurg Dr. Micha Bahr auf die stratomotorische Entwicklung im ersten Lebensjahr ein. Dabei zog er den Vergleich, dass ein Säugling kein Start-up-Unternehmen, sondern noch nicht vollkommen ausgereift ist und noch viel lernen muss, wobei viele verschiedene Faktoren in die Entwicklung hineinspielen. Außerdem betonte Bahr die wichtige Rolle der verschiedenen Konstitutionstypen bei der frühkindlichen Entwicklung; auf die man bei der Behandlung uns Beurteilung Rücksicht nehmen sollte.

Den zweiten Vortragsslot hielt Physiotherapeutin Alexandra Sinai zur Variabilität der sensomotorischen Entwicklung von Säuglingen als Basis der physiotherapeutischen Arbeit und ihre Abhängigkeit von Kontextfaktoren im individuellen Familiensystem. Was sich so kompliziert und vielschichtig anhöre, sei in der Praxis ganz einfach, erläuterte sie: Wie beeinflusst die Familie beziehungsweise das jeweilige Umfeld des Säuglings die sensomotorische Entwicklung und welche Auswirkungen hat das auf die physiotherapeutische Arbeit. Dabei sei es besonders wichtig zu beachten, dass jedes Kind, jede Situation unterschiedlich ist und die therapeutischen Maßnahmen auch mit Blick auf das familiäre System auszuwählen sind. 

Als nächstes sprach die Entwicklungspsychologin Prof. Dr. Sabine Seehagen über die frühe Kognition im Kontext des Lernens und Gedächtnis im Säuglings- und Kleinkindalter. Dabei ging Seehagen besonders darauf ein, wie sich Gedächtnisprozesse und damit auch das Lernen in den ersten Lebensjahren verändern, sodass ein schnellerer Informationsabruf, ein längeres Behalten sowie ein flexiblerer Gedächtnisabruf möglich sind. Außerdem erklärte sie das enge Zusammenspiel aus Lernen, Gedächtnis und Motorik. 

Nach einer Mittagspause und einem angeregten Austausch zwischen den Teilnehmenden der verschiedenen Berufsgruppen, aber auch mit den Referenten hatte Dr. Biedermann einen Überraschungsgast in petto. Prof. Dr. Onur Güntürkün ist Biopsychologe und forscht darüber, wie mentale Funktionen von Neuronen erzeugt werden können. Dazu kombiniert er die Analyse auf Ebene von Neuronen mit den Erkenntnissen aus kognitiven Experimenten mit menschlichen Probanden. 

Als nächstes sprach die Entwicklungspsychologin Prof. Dr. Sabine Seehagen über die frühe Kognition im Kontext des Lernens und Gedächtnis im Säuglings- und Kleinkindalter. Dabei ging Seehagen besonders darauf ein, wie sich Gedächtnisprozesse und damit auch das Lernen in den ersten Lebensjahren verändern, sodass ein schnellerer Informationsabruf, ein längeres Behalten sowie ein flexiblerer Gedächtnisabruf möglich sind. Außerdem erklärte sie das enge Zusammenspiel aus Lernen, Gedächtnis und Motorik. 

Im letzten Vortrag an diesem thematisch breit gefächerten Veranstaltungstag referierte Dr. Biedermann über die manualmedizinischen Aspekte in der Diagnose und Therapie von Kleinkindern. Er betonte dabei, wie wichtig Kooperation und Kommunikation mit Kollegen aber besonders auch mit den Eltern der Kinder sei. Aus diesem Grund sei Physiotherapie oft eine der wichtigsten Anlaufstellen für Familien, deren Kinder Verzögerungen bei der sensomotorischen Entwicklung aufweisen. 

Nach einem gut gefüllten Tag mit fachlichen Vorträgen, intensiven Diskussionen und anregendem Austausch verabschiedeten die stellvertretende Vorstandsvorsitzende des IFK, Brigitte Heine-Goldammer, und der DVE-Vorstandsvorsitzende, Andreas Pfeiffer, die Teilnehmer und dankten den Referenten für die Einblicke in ihre Arbeit. 

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