Konstruktiver Dialog mit MdB Anja Karliczek in Tecklenburg

Im Rahmen der Aufklärungsaktion zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz fand in Tecklenburg ein intensiver politischer Austausch statt. Im Fokus des rund zweieinhalbstündigen Gesprächs mit der Bundestagsabgeordneten Anja Karliczek (CDU) standen die massiven Auswirkungen des Gesetzesentwurfs auf die Heilmittelbranche sowie dringende Entlastungsmaßnahmen für die physiotherapeutischen Praxen. 

Der Druck auf die Leistungserbringer und Arbeitgeber im Gesundheitswesen wächst kontinuierlich – eine Kernbotschaft, die im Rahmen des Treffens unmissverständlich platziert wurde. Die Abgeordnete und ehemalige Bundesforschungsministerin Karliczek nahm sich viel Zeit, um tiefe Einblicke in den von Fachkräftemangel und steigenden Kosten geprägten Praxisalltag der Physiotherapeuten zu erhalten. 

Wirtschaftlicher Druck und ungenutzte Effizienzpotenziale

Ein zentraler Schwerpunkt des Austauschs lag auf den Konsequenzen des GKV- Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Die teilnehmenden Heilmittelerbringer konnten deutlich aufzeigen, dass die aktuelle Gesetzgebung die Versorgungssituation der Patienten und die wirtschaftliche Stabilität der Praxen gefährdet bzw. verschlechtert und den ohnehin spürbaren Druck auf die Arbeitgeber der Branche verschärft. 

Gleichzeitig wurden im Gespräch konkrete Lösungsansätze diskutiert. So wurde verdeutlicht, dass im System erhebliche Einsparpotenziale vorhanden sind, die das Budget der gesetzlichen Krankenversicherungen entlasten könnten, ohne dabei die Versorgungsqualität der Patienten zu gefährden. Voraussetzung hierfür sei jedoch ein politisches Umdenken hin zu mehr Effizienz und Vertrauen in die Expertise der Therapeuten und weiterer Fachkräfte im Gesundheitswesen. 

Bürokratieabbau: Praxen dürfen nicht das Inkasso der Krankenkassen sein

Ein weiterer, praxisrelevanter Kritikpunkt betraf den enormen bürokratischen Aufwand in der ambulanten Versorgung. Konkret wurde die Forderung formuliert, die Praxen endlich von der Pflicht zu entbinden, stellvertretend für die Krankenkassen die gesetzlichen Zuzahlungen der Patienten einzuziehen. Fällt diese administrative Hürde weg, würde dies eine massive und unmittelbare Entlastung im Arbeitsalltag der Therapieeinrichtungen bedeuten. In der Verwaltung der Krankenkassen werden Mitarbeiter von Beitragszahlern bezahlt, während die Praxen hierfür wertvolle Zeit in der Versorgung entbehren müssen.  

Ein positives Fazit

Das Treffen verlief in einer ausgesprochen angenehmen, offenen und wertschätzenden Atmosphäre und hat einen konstruktiven Austausch zu sinnvollen Veränderungen ermöglicht, von dem Ärzte, Therapeuten, Patienten und Krankenversicherungen gleichermaßen profitieren können. Einmal mehr hat sich gezeigt, wie wichtig der direkte, persönliche Dialog zwischen der Praxis und der Bundespolitik ist, um Fehlentwicklungen im System transparent zu machen. Stellvertretend für den Raum Osnabrück und Umgebung bedanken sich die Physiotherapeuten Denise Girvan und Thomas Stermann im Namen des IFK-Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten herzlich bei Anja Karliczek für den gelungenen Austausch und das ehrliche Interesse an den Belangen der Heilmittelerbringer. 

 

v. l.: Denise Girvan und Thomas Stermann im Gespräch mit der Bundestagsabgeordneten Anja Karliczek. 

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