Die Leidtragenden des Fachkräftemangels

Eine aktuelle Stichprobenerhebung des IFK hat ergeben, dass insbesondere bettlägerige oder in ihrer Mobilität eingeschränkte Patienten aufgrund der zunehmend ausgelasteten Terminpläne der Praxen vielfach keine Termine für eine physiotherapeutische Behandlung im Hausbesuch erhalten.

Die Gewinnung von Nachwuchskräften in der Physiotherapie gestaltet sich immer schwieriger. Sinkende Schülerzahlen bei demografisch bedingten Bedarfssteigerungen haben zur Konsequenz, dass Praxisinhaber nur noch schwer dringend benötigte Mitarbeiter finden und Patienten immer länger auf Termine beim Physiotherapeuten warten müssen. Der IFK hat mit Vertretern der IFK-Gremien aus Regional- und Fachausschüssen stichprobenartig geprüft, was das für Praxen und Patienten bedeutet.

Das Ergebnis ist ernüchternd: Mehr als jeder vierte Patient steht länger als zwei Wochen auf der Warteliste. Das bedeutet, dass die rechtlich verbindliche Vorgabe eines Behandlungsbeginns innerhalb von 14 Tagen aufgrund der Terminknappheit teilweise nicht mehr gewährleistet werden kann. Besonders stark betroffen sind Hausbesuchs-Patienten. Über 40 Prozent der Hausbesuchs-Patienten kommen in der Praxis ihrer Wahl nicht unter.

Um diesem besorgniserregenden Trend entgegenzuwirken, müssen Politik und Kostenträger jetzt handeln. Solange die Physiotherapie zwar fachlich anspruchsvoll und attraktiv ist, sich das Einkommensniveau aber am unteren Ende der Einkommensskala bewegt, ist der Beruf für den Nachwuchs uninteressant. Da Krankenkassen einem Sicherstellungsauftrag auch für physiotherapeutische Leistungen unterliegen, müssen sie hier deutlich in die Verantwortung genommen werden.

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