csm_SHV-Hauptstadtkongress_2fd4343843.jpg

Hauptstadtkongress 2017: Mittendrin statt nur dabei

Der Wahlkampf ist eröffnet. So waren beim diesjährigen Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit die Themen kostenfreie Ausbildung, Substitution/Delegation und auch die Einbindung von Therapieberufen in die Telematikinfrastruktur an prominenter Stelle platziert. Daran zeigt sich: Der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) hat erfolgreiche berufspolitische Arbeit geleistet.

Mit 8.250 Besuchern aus allen Bereichen des deutschen Gesundheitswesens hat der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit zu seinem 20. Jubiläum einen Besucherrekord aufgestellt. Drei Monate vor der Bundestagswahl wurde der Kongress, der unter dem Motto “Qualität und nachhaltige Finanzierung” stand, von intensiven Debatten geprägt. Neben Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) und zahlreichen Entscheidungsträgern der Gesundheitsbranche diskutierten auch Vertreter des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände (SHV) mit, um die Interessen der Heilmittelerbringer zu vertreten.

Direkt zu Beginn der dreitägigen Veranstaltung hatte Bundesminister Gröhe eine positive Botschaft für die Heilmittelerbringer: In seiner Eröffnungsrede zum Hauptstadtkongress in Berlin plädierte der Minister nicht nur für eine kostenfreie Ausbildung für angehende Therapeuten, sondern stellte auch das System der ärztlichen Delegation infrage. „Wenn wir über sektorübergreifende Zusammenarbeit, wenn wir über Delegation und Substitution reden, befremdet mich manchmal, in welcher Weise wir das noch angstbesetzt diskutieren“, äußerte sich Gröhe vor dem Hintergrund der Debatte um mehr Verantwortung für nicht-ärztliche Gesundheitsfachberufe.

Staatssekretär Karl-Josef Laumann (CDU) verstärkte diese Botschaft noch: Es könne nicht angehen, dass Berufsgruppen, die später alle über 100.000 Euro im Jahr verdienen, keine Ausbildungskosten zahlen müssen, diejenigen mit einem Verdienst unter 30.000 Euro jedoch schon. „Die therapeutischen Berufe liegen mir am Herzen“, betonte Laumann. „Aus meiner Sicht ist das Fenster für Veränderungsmöglichkeiten aktuell weit offen und es gibt eindeutigen Handlungsbedarf, auch im Bereich der Akademisierung.“

Der SHV beteiligte sich am Gemeinschaftsstand Wissen.Innovation.Region (W.I.R.) gemeinsam mit weiteren Institutionen und Unternehmen der Gesundheitsbranche an einem breit gefächerten Programm. Bei der Gesprächsrunde „Digitalisierung zwischen Disruption und ‚Innovationsstottern‘“ forderte SHV-Vorstand Arnd Longrée, auch die Therapieberufe vollständig in die Gesundheitstelematik einzubeziehen.
Die SHV-Vorsitzende Ute Repschläger nahm an der Gesprächsrunde „Aufwertung der Gesundheitsberufe – Herausforderungen, Hindernisse und Perspektiven“ teil. Ihre Forderung: Stärkung der Therapeuten im Gesundheitswesen durch eine verbesserte Ausbildungs- und Vergütungssituation sowie mehr Autonomie in Form des Direktzugangs. In der interdisziplinären Diskussion betonte sie, dass eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen den Gesundheitsprofessionen besonders fruchtbar sei, wenn die Profile der einzelnen Partner erhalten bleiben.

Teilnehmer des Hauptstadtkongresses bewerteten die Präsenz des SHV positiv. Der Spitzenverband setzt im Vorfeld der Bundestagswahl am 15. September 2017 besonders darauf, überall dort präsent zu sein und die Interessen der Heilmittelerbringer zu platzieren, wo die wichtigen Vertreter der Gesundheitspolitik zusammenkommen. Dass diese Strategie richtig ist, zeigen die aktuellen berufspolitischen Erfolge.
Über den Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) e.V.:
Der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) ist die maßgebliche Spitzenorganisation auf Bundesebene im Heilmittelbereich. In den Mitgliedsverbänden des SHV sind mehr als 70.000 Therapeuten organisiert. Aktuell bilden drei physiotherapeutische Verbände (IFK, VPT und ZVK) und ein
ergotherapeutischer Verband (DVE) den SHV. Mehr Informationen zum Spitzenverband gibt es unter www.shv-heilmittelverbaende.de.

Weitere Artikel

G-BA erweitert Diagnoseliste zum langfristigen Heilmittelbedarf (LHB)

2026 | 21.08. In seiner gestrigen Sitzung hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Diagnoseliste für den langfristigen Heilmittelbedarf (LHB) um die Indikationen „Multisystematrophie vom Parkinson-Typ (MSA-P, ICD-10-GM G23.2)“ und „Multisystematrophie vom zerebellären Typ (MSA-C, ICD-10-GM G23.3)“ erweitert.

Erhöhung der Höchstbeträge für beihilfefähige Aufwendungen ab 1. September 2026

2026 | 18.08. Ab dem 1. September 2026 steigen erneut die Höchstsätze der Bundesbeihilfeverordnung für einige Leistungen. Dies betrifft unter anderem die Erweiterte ambulante Physiotherapie (EAP) (Anstieg von 115,30 Euro auf 123,80 Euro) sowie Leistungen im Bereich „Sonstiges“, die für alle Heilmittelbereiche einheitlich gelten. Hierzu gehört auch die versorgungsbezogene Pauschale je Blankoverordnung (Anstieg von 98,60 Euro auf 102,70 Euro), die bei beihilfeberechtigten Patienten noch erstattet wird.  

Wie sich die Telematikinfrastruktur weiterentwickelt

2026 | 17.08. In unserer Reihe „TI: Schluss mit dem Aufschieben“ führen wir Sie Woche für Woche an die TI heran. Heute wollen wir einen Blick auf ihren derzeitigen Stand und geplante Weiterentwicklungen werfen. Dass sich die Telematikinfrastruktur weiterentwickelt, wird vor allem daran deutlich, dass wir seit 2026 von der TI 2.0 sprechen. Diese Weiterentwickelung funktioniert von jedem Ort aus und ganz ohne spezielle Geräte, da sie über das Internet erreichbar ist.