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Teil 3: Preisgekrönte Forschungsarbeiten

Mit dem Ziel, die wissenschaftliche Arbeit in der Physiotherapie und eine Akademisierung des Berufsstandes zu unterstützen, kürt der IFK seit 2005 jedes Jahr in feierlichem Rahmen die besten Abschlussarbeiten aus Studiengängen der Physiotherapie. Beim diesjährigen 12. Tag der Wissenschaft erhielten vier Bachelor-Absolventen einen der begehrten IFK-Wissenschaftspreise.

Die Forschungsergebnisse der Preisträgerinnen und Preisträgern geben interessante Antworten auf aktuelle physiotherapeutische Fragestellungen. Diese möchten wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten und stellen die einzelnen Abstracts der preisgekrönten wissenschaftlichen Arbeiten noch einmal vor.

Die dritte Preisträgerin der Serie ist Alisa Katharina Wienke (hsg Bochum), die mit ihrer Bachelorarbeit zum Thema „Physiotherapeutische Intervention in Ergänzung zu einer Okklusionsschienen-Therapie im Vergleich zu einer Monotherapie mit einer Okklusionsschiene bei Craniomandibulärer Dysfunktion: Ein Review zu den Effekten auf Schmerz und Mundöffnung“ den 1. Preis in der Kategorie „Literatur- und Übersichtsarbeiten/Konzeptentwicklung“ erhielt:

Hintergrund: Craniomandibuläre Dysfunktion beschreibt eine Kiefergelenksdysfunktion, bei der eine Vielzahl von Symptomen, wie Schmerz, eine Limitation der Mundöffnung oder Knackgeräusche bei Mundbewegungen auftreten können. Für diesen Symptomkomplex existieren viele Therapieformen, welche eine möglichst noninvasive und reversible Behandlung ermöglichen sollen. In Deutschland bestimmt der behandelnde Zahnarzt die Therapie, die sowohl in Form einer Monotherapie als auch in Kombination aus mehreren Behandlungsformen stattfinden kann. Bekannt ist, dass sowohl eine Okklusionsschiene als auch eine physiotherapeutische Intervention, beispielsweise in Form von aktiven Übungen oder Manueller Therapie, die vertikale Mundöffnung und den Schmerz verbessern. Es ist jedoch unklar, inwieweit eine Kombination aus beiden Therapieformen die Symptome anders beeinflusst als eine Monotherapie.

Ziel: Dieses Review untersucht, ob eine physiotherapeutische Intervention in Ergänzung zu der Versorgung mit einer Okklusionsschiene einen zusätzlichen Effekt auf die Symptome Schmerz und Mundöffnung im Vergleich zu einer Monotherapie mit einer Okklusionsschiene hat.

Methodik: Die systematische Literaturrecherche mit englischen Suchbegriffen wurde in fünf EBM- und in einer Verlagsdatenbank bis einschließlich Oktober 2015 durchgeführt. Zur Auswahl der einzuschließenden Publikationen wurden anhand der Fragestellung Ein- und Ausschlusskriterien formuliert. Die Qualität der Methode wurde mithilfe der PEDro-Skala bewertet und der Evidenzgrad anhand der University of Oxford Levels of Evidence bestimmt. Zur Vergleichbarkeit der Ergebnisse wurden, wenn es möglich war, fehlende t-Tests und Effektgrößen berechnet.

Ergebnisse: Es wurden vier RCTs und ein CT aus den Jahren 2002 bis 2015 eingeschlossen, welche mit vier bis sieben Punkten auf der PEDro-Skala bewertet worden sind. Sowohl die Monotherapie in Form der Okklusionsschiene als auch die Kombination mit einer physiotherapeutischen Intervention konnten das Schmerzniveau und die vertikale Mundöffnung signifikant verbessern. Den größten Effekt hatte dabei die Kombinationstherapie (Schmerz: dCohen 0,85; Mundöffnung: dCohen 2,23).

Schlussfolgerung: Eine Okklusionsschiene als Monotherapie oder in Kombination mit PT verbessert statistisch und klinisch signifikant das Schmerzniveau und die vertikale Mundöffnung. Die Kombinationstherapie verbessert dabei die vertikale Mundöffnung signifikant stärker als eine alleinige Schienentherapie.

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