Fachkräftemangel in der Physiotherapie spitzt sich zu

Im Jahr 2018 dauerte es im Schnitt 167 Tage, bis eine freie Stelle in der Physiotherapie mit einer ausgebildeten Fachkraft besetzt werden konnte. Das zeigen die Zahlen der Fachkräfteengpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit. Die Vakanzzeit hat sich im Vergleich zum Vorjahr damit noch einmal um 16,6 Tage verlängert. Der Fachkräftemangel in der Physiotherapie verstärkt sich zunehmend.

In anderen Fachberufen vergingen im Schnitt 54 Tage weniger, bis ein neuer Mitarbeiter gefunden werden konnte. Die Vakanzzeit in der Physiotherapie liegt somit 48,6 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Auf jeden arbeitslosen Physiotherapeuten kommen deutschlandweit 3,3 offene Stellen.
„Die Zahlen belegen deutlich, dass die Politik die Rahmenbedingungen für Praxen verbessern muss“, bemerkte Ute Repschläger, Vorsitzende des Bundesverbandes selbstständiger Physiotherapeuten (IFK). Die flächendeckende Patientenversorgung sei schon jetzt in Gefahr. Um mehr Absolventen für eine Ausbildung zur Physiotherapie zu gewinnen, müsse zum Beispiel das Schulgeld bundesweit abgeschafft werden. „Das würde die Einstiegshürde in den Beruf senken“, so Repschläger.
Der IFK stehe bereits in Kontakt mit den politischen Entscheidungsträgern. Zuletzt habe man sich etwa mit dem Staatssekretär des Bundesgesundheitsministeriums, Dr. Thomas Gebhart, über das geplante Terminservice- und Vergabegesetz (TSVG) ausgetauscht. Das TSVG enthält laut Repschläger einige gute Ansätze, mit denen sich die Rahmenbedingungen für Physiotherapeuten nachhaltig bessern könnten. Das laufende Gesetzgebungsverfahren werde man weiterhin eng begleiten.

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