20. IFK-Tag der Wissenschaft – Physiotherapie International

„Welcome, bienvenue, bienvenido, velkommen!“, begrüßte IFK-Vorstandsvorsitzende Ute Repschläger die Anwesenden beim 20. IFK-Tag der Wissenschaft Ende Juni an der Hochschule Osnabrück. „Physiotherapie International“ war das Motto der diesjährigen Veranstaltung, mit der sich der IFK bereits seit 20 Jahren für die Förderung von Wissenschaft und Forschung in der Physiotherapie einsetzt. „Wir feiern also in diesem Jahr ein kleines Jubiläum“, so Repschläger.

„Es gibt mehrere Preise im Bereich der Physiotherapie, aber keiner ist so historisch bedeutsam wie der des IFK“, sagte Prof. Dr. Christoff Zalpour, Direktor des Instituts für angewandte Physiotherapie an der Hochschule Osnabrück, in seiner Begrüßung. Damit gab er bereits einen Ausblick auf den nach dem Vortragsprogramm traditionell zweiten Teil der Veranstaltung – die Verleihung der IFK-Wissenschaftspreise.

Zu Beginn erwartete die Teilnehmer jedoch das Symposium mit Referenten aus unterschiedlichen Bereichen der internationalen Physiotherapie. Den Anfang machte Prof. Zalpour und berichtete über die „Internationalisierung der Physiotherapie an der Hochschule Osnabrück – gestern, heute und morgen“. Mit verschiedenen, auch international ausgerichteten, Studiengängen in der Physiotherapie ist Internationalität an der Hochschule ein wichtiger Baustein. Von sieben Professoren hat über die Hälfte einen internationalen Hintergrund, im Ausland gelebt, gelernt oder gearbeitet: „Das ist eigentlich der Knaller von Osnabrück“, so Zalpour.

Für den zweiten Vortragsblock wurde der Blick der Teilnehmer gen Norden gelenkt. Der norwegische Physiotherapeut Svein Kristiansen wurde per Video zugeschaltet und gab den Anwesenden unter dem Titel „Physiotherapy in Norway. Opportunities of direct access in professional practice“ einen spannenden Einblick in die Arbeit im Direktzugang im norwegischen Gesundheitssystem. „All patients can have direct access to physiotherapy in Norway“, erklärte Kristiansen.

Hon.-Prof. Dr. Brigitte Tampin nahm die Anwesenden mit nach „Down Under“ und berichtete über „Advanced Scope Physiotherapist Erfahrungen aus Australien“. Physiotherapeuten mit erweitertem Aufgabenbereich haben in Australien Funktionen, Verantwortlichkeiten, Tätigkeiten und Entscheidungsbefugnisse, die im Rahmen der physiotherapeutischen Praxis anerkannt sind und eine zusätzliche Ausbildung (Master) sowie umfangreiche Berufserfahrung und Kompetenzentwicklung erfordern. Die Advanced Scope Physiotherapists tragen in der Region Western Australia – wo Tampin lebt und arbeitet – enorm zur Verbesserung der Versorgung bei.

Im letzten Vortrag berichtete Prof. Dr. Susan Armijo-Olivo über ihre eigenen Erfahrungen in der Physiotherapie in Chile, Kanada und Deutschland und verglich ihre Wahrnehmung der drei Länder miteinander. Auch auf den Ausbildungsstandard kam sie zu sprechen. Während in Chile ein Bachelorabschluss und in Kanada ein Masterabschluss notwendig sei, um als Physiotherapeut in der Praxis zu arbeiten, gibt es in Deutschland neben dem Studium auch die fachschulische Ausbildung. „Das hat mich überrascht, als ich nach Deutschland gekommen bin“, sagte Armijo-Olivo.

Nach dem wissenschaftlichen Symposium übergaben Brigitte Heine-Goldammer, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des IFK, und Ute Repschläger die IFK-Wissenschaftspreise an die Gewinner. Die Nachwuchswissenschaftler stellten im Rahmen der Preisverleihung ihre Arbeiten kurz vor. Auch in diesem Jahr deckten die ausgezeichneten Arbeiten ein breites Feld an Themen der Physiotherapie ab.

Eine Übersicht der Preisträger und ausgezeichneten Arbeiten finden Sie hier.

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