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Fristverkürzung der Modellstudiengänge für Therapieberufe gefordert

Das Bündnis „Therapieberufe an die Hochschulen“ sieht die Verlängerung bis 2022 als letzten Kompromiss. Die vollständige hochschulische Ausbildung der Therapieberufe muss schnellstmöglich kommen – zum Wohle von Millionen Patienten!

 

 

Mit einem kleinen Passus im Gesundheitsweiterentwicklungsgesetz (GVWG) soll die Modellphase für Studiengänge in den Therapieberufen Ergotherapie, Logopädie und Physiotherapie bis zum Jahr 2026 verlängert werden. Diese Verlängerung hält das Bündnis „Therapieberufe an die Hochschulen“ für viel zu lang. Der Gesundheitsausschuss des Bundesrates unterstützt diese Position ausdrücklich. Der Ausschuss fordert eine Begrenzung der Laufzeit der Modellstudiengänge bis Ende 2022. Der Bundesrat berät am kommenden Freitag über diesen für die Therapieberufe zukunftsweisenden Punkt.

 

 

Im Jahr 2016 hatte der Gesetzgeber die Entscheidung über die Modellstudiengänge schon einmal um vier Jahre vertagt, obwohl die Evaluation damals bereits die positiven Effekte darstellte. Nun soll das gleiche wieder passieren. „Das ist ein Unding aus Sicht der Therapieberufe“, erklärt Prof. Dr. Bernhard Borgetto, Sprecher des Bündnisses.

 

 

Eine Zukunftsfestigkeit der Therapieberufe zum Vorteil der Patienten kann nur durch eine Evidenzbasierung der Versorgung erreicht werden. Eine Versorgung aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse wiederum kann nur durch eine vollständig hochschulische Ausbildung der Therapeuten gesichert werden. Das eine bedingt das andere. Die hochschulische Ausbildung von Therapeuten qualifiziert aufgrund des hohen praktischen Ausbildungsanteils im Studium zur Behandlung der Patienten. International ist die wissenschaftliche Qualifikation aller Berufsangehörigen längst Standard, um den immer komplexer werdenden Versorgungsbedarfen zu begegnen.

 

 

Aufgrund dieser Ausgangslage darf die Politik nicht länger die Augen vor dem Modernisierungsprozess hin zur hochschulischen Ausbildung der Therapieberufe verschließen. Das Bündnis „Therapieberufe an die Hochschulen“ ist davon überzeugt, dass die erforderlichen Studienkapazitäten für eine flächendeckend hochschulische Ausbildung in den Fachrichtungen Ergotherapie, Logopädie und Physiotherapie in einem schrittweisen Transformationsprozess innerhalb der nächsten zehn Jahre erreicht werden können und müssen.

 

 

Voraussetzung dafür ist der politische Wille auf Bundes- und Landesebene sowie die Einsicht, dass dieser Schritt längst überfällig ist. Das Bündnis wird das Wahljahr 2021 nutzen, um die Politik von der Notwendigkeit und dem möglichen Vorgehen bei der Modernisierung der Therapieberufe zu überzeugen. „Lösungswege gibt es, aber Bund und Länder müssen es wollen – zum Wohle der Patientinnen und Patienten“, untermauert Prof. Dr. Bernhard Borgetto die Position des Bündnisses „Therapieberufe an die Hochschulen“.

 

 

Weitere Informationen zum Bündnis „Therapieberufe an die Hochschulen“ gibt es unter www.buendnis-therapieberufe.de.

 

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