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therapie Leipzig: Themenvielfalt beim IFK-Symposium

„Ist eine Therapeutenkammer eine gute Idee?“ fragte Ute Repschläger, IFK-Vorstandsvorsitzende, beim IFK-Symposium während der Fachmesse therapie Leipzig. Derzeit werde das Für und Wider engagiert diskutiert. Um die Debatte zu versachlichen, präsentierte sie eingangs die Aufgaben von Kammern. „Denn eine Kammer ist weder ausschließlich sinnvoll noch ausschließlich unsinnig“, stellte sie klar.

Kammern seien eigenständige Körperschaften, die hoheitliche Aufgaben des Staates übertragen bekommen. Dazu zählen die Registrierung von Berufsausübenden, die Regelungen zu Fortbildung und zur Qualitätssicherung sowie die Berufsaufsicht. „Verhandlungen zur Heilmittelabgabe und zur Vergütung gehören aber nicht dazu“, betonte sie. Dafür seien weiterhin die Berufsverbände zuständig.
Verbände dürfen Vorschläge und Stellungnahmen zu Gesetzes- und Verordnungsentwürfen einbringen. „Kammern haben hingegen nur ein Anhörungsrecht“, so Repschläger. Auf der anderen Seite sei der Repräsentationsgrad in einer Kammer aufgrund der Pflichtmitgliedschaft natürlich höher. „Dann müssen sich alle Therapeuten finanziell beteiligen.“
Sie ging außerdem darauf ein, welche Einflussmöglichkeiten Kammern etwa auf die Berufsordnung, ethische Rahmenbedingungen, statistische Datenerhebung und auf die Altersvorsorge haben. Im Anschluss blieb Gelegenheit für eine Diskussion mit den Teilnehmern. „Es ist mir besonders wichtig, dass wir über das Kammerthema ins Gespräch kommen und uns sachlich austauschen“, schloss Repschläger.
IFK-Modellvorhaben
„Unter der Lupe: auf zu neuen Ufern“ hieß es beim Fachvortrag von Prof. Irina Nast, Institut für Physiotherapie der ZAHW, und Michael Heine, wissenschaftlicher Mitarbeiter des IFK. Gemeinsam stellten sie die Ergebnisse des IFK-Modellvorhabens für mehr Autonomie in der Physiotherapie vor.
Im Modellprojekt wurden zwei Patientengruppen behandelt – bei einer durften die Physiotherapeuten selbst über Art und Dauer der Behandlung entscheiden. „In dieser Gruppe wurden die verschiedenen Heilmittel mehr miteinander kombiniert“, stellte Nast fest. Die individuellen Patientenbedürfnisse wurden also besser berücksichtigt.
„Die Effektivität der Behandlung war laut Studie mindestens genauso hoch“, so Heine, „obwohl der Behandlungszeitraum kürzer und die Gesamtanzahl der Therapieeinheiten im Durchschnitt in etwa gleich war.“ Um nun eine Folgestudie für den Direktzugang anschließen zu können, sei es wichtig, dass die Voraussetzungen dafür jetzt gesetzlich festgeschrieben werden. 
Therapie bei Querschnittslähmung
Physiotherapeut Wilfried Mießner gab wichtige Hinweise zur Therapie von Patienten mit einer Querschnittslähmung. Neben einem Überblick über unterschiedliche Lähmungserscheinungen standen praktische Behandlungshinweise im Mittelpunkt.
Dabei ging er nicht nur auf motorische Schulungen und das Erlernen neuer Bewegungsmuster ein, sondern beispielsweise auch auf Probleme mit der Blasenentleerung. „Ziel ist es, den Patienten in die Lage versetzen, sein Leben bestmöglich selbstständig zu gestalten“, betonte Mießner. Und dabei gehe es nicht ausschließlich um die Wiederherstellung gestörter Motorik, sondern um den ganzheitlichen Blick.
Exoskelette könnten dabei perspektivisch eine Möglichkeit bieten, den Patienten mehr Bewegungsmöglichkeiten einzuräumen. „Allerdings darf man den Patienten dabei auch nicht zu viel Hoffnung machen“, war es ihm wichtig zu betonen. „Von ‚Ich kann wieder gehen‘ ist ein Querschnittsgelähmter auch mit einem Exoskelett noch weit entfernt.“ Er begrüße aber, dass in dieser Richtung viel Forschung betrieben werde.

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