Aktuelles aus der Berufspolitik und Praxis beim IFK-Forum Süd in München

Auch in diesem Jahr lud der IFK Mitglieder und Interessierte zu seiner Regionalveranstaltung, dem IFK-Forum Süd, nach München ein. In mehreren Vorträgen informierten Verbandsvertreter über Neuigkeiten aus der Berufspolitik, aktuelle Branchenentwicklungen und die Verbandsarbeit.

So arbeitet der IFK die nächsten Jahre

In guter Tradition hat der IFK im Frühjahr dieses Jahres erneut seine strategische Ausrichtung auf den Prüfstand gestellt. In Abstimmung mit der Mitgliederversammlung wurden 16 Ziele für die nächsten vier Jahre festgelegt. IFK-Geschäftsführer Dr. Björn Pfadenhauer präsentierte diese beim Forum in München und betonte: „Wir müssen Versorgung so aufstellen, dass wir die Bedarfe in Zukunft bedienen können.“ Aus diesem Grund setzt der IFK sich weiterhin für eine wirtschaftliche Vergütung und eine positive Gestaltung der Rahmenbedingungen in der Physiotherapie ein. Die Reform des Berufsgesetzes und der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil, der aktuell bereits von der Politik bearbeitet wird. „Ich hoffe, wir haben beim Forum im nächsten Jahre eine gesetzliche Grundlage, auf die wir bauen können“, so Pfadenhauer.

Verhandlungen dauern an

Dauerbrenner-Thema waren auch in diesem Jahr die Verhandlungen mit den Kostenträgern. IFK-Vorstandsvorsitzen Ute Repschläger gab einen Rückblick auf die vergangenen Verhandlungstermine und erläuterte noch einmal die Zusammensetzung der letzten Vergütungserhöhungen. Der Vertrag mit dem GKV-Spitzenverband über diese Vergütungen ist noch bis Ende des Jahres gültig; neue Verhandlungen sind daher bereits in der Planung. „Wir kämpfen weiter für die Bedingungen der Praxen vor Ort“, versicherte Repschläger. Auch über den aktuellen Stand der Verhandlungen zur Blankoverordnung gab Repschläger einen kurzen Überblick.

Zumindest einen kleinen Hoffnungsschimmer versprechen die aktuellen Entwicklungen hinsichtlich möglicher Modellvorhaben zum Direktzugang. Im Koalitionsvertrag der aktuellen Bundesregierung wurden diese bereits angekündigt. Nun zeichnet sich ab, dass mit Versorgungsgesetz II die gesetzliche Grundlage dafür geschaffen werden soll. Das BMG hat dies für die erste Jahreshälfte 2024 angekündigt. „Es gibt einige Krankenkassen, die ein wirkliches Interesse daran haben, den Direktzugang einzuführen“, versicherte Repschläger. Gerade in ländlichen Regionen, in denen es immer weniger Hausärzte gibt, wäre diese Versorgungsform sehr hilfreich.

 

Mehr Eindrücke der Veranstaltung gibt es in der Fotogalerie.

Qualitätsmanagement professionalisieren

Neben dem berufspolitischen Update fokussierte ein Fachvortrag von Dr. Michael Heinen, Geschäftsführer des Instituts für Qualitätssicherung in der Heilmittelversorgung (IQH) und Referatsleiter Wirtschaft und Kassenverhandlungen beim IFK, das Thema Qualitätsmanagement. Heinen erläuterte, welche Maßnahmen es zur Qualitätssicherung in physiotherapeutischen Praxen gibt. Beispielhafte führte er die Themen Datenschutz sowie Patienten- und Mitarbeiterzufriedenheit auf. Das IQH bietet ein Ansatz, diese Themen systematisch zu bearbeiten. „Qualitätsmanagement ist am Anfang immer ein gewisser Invest“, gab er zu. Doch mittel- bis langfristig zahle sich dies aus. Anwender des IQH-Systems aus dem Publikum konnten dies bestätigen und teilten ihre Erfahrungen mit den Kollegen vor Ort.

Die jährlich stattfindenden IFK-Foren bieten den Mitgliedern in Ost-, Süd- und Norddeutschland die Möglichkeit, Vertreter von IFK-Geschäftsstelle und -Vorstand persönlich zu treffen, sich über die neuesten Verbandsentwicklungen zu informieren und dringende Fragen zu stellen. Zusätzlich können die Teilnehmer vor den Vorträgen einer fachlichen Fortbildung beiwohnen. In diesem Jahr referierte Professor Christoph Egner von der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) in Bamberg über das Thema „Gesund durch Resilienz“. Im Vortrag zeigte er Strategien auf, wie mit einer optimierten Widerstandskraft physischen und psychischen Belastungen begegnet werden kann. Diese Kenntnis kann sowohl den Patienten als auch den Therapeuten helfen.  

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