G-BA eröffnet Beratungsverfahren zu Vojta-Therapie – Fortsetzung erst Anfang 2026

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat im Januar 2025 ein Beratungsverfahren zur Überprüfung der Versorgung mit Vojta-Therapie bei Kindern beschlossen. Im Rahmen dieses Verfahrens werden offenbar Anhaltspunkte aus der Versorgung, dass es bei der Behandlung mit Krankengymnastik nach Vojta möglicherweise Schädigungspotenziale bei Säuglingen und Kleinkindern geben könnte, überprüft. Hierfür ist der Unterausschuss Veranlasste Leistungen zuständig, unter dessen Zuständigkeit die Heilmittel-Richtlinie fällt.

Der IFK hat direkt nach der Sitzung im Januar beim G-BA Details zum Verfahren erbeten. Aufgrund der Vertraulichkeit im Beratungsverfahren wollte der G-BA sich hierzu jedoch nicht äußern. Das Verfahren wird erst im kommenden Jahr fortgesetzt. Laut Zeitplan des G-BA wird Anfang 2026 ein Stellungnahmeverfahren eingeleitet, an dem sich auch der IFK beteiligen wird. Bis dahin ist seitens des G-BA weder mit weiteren Informationen noch mit konkreten Anfragen an die Physiotherapieverbände zu rechnen. Das Vorgehen des G-BA entspricht dem üblichen Verfahren. Dass die maßgeblichen Verbände vor der geplanten Anhörung Anfang 2026 nicht in das Verfahren eingebunden werden, unterstreicht die Notwendigkeit unserer Forderung, als Heilmittelerbringer mit Sitz und Stimme im G-BA vertreten zu sein.

Um sich bestmöglich – trotz der wenigen Informationen – auf die Anhörung vorzubereiten, sichten die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen des IFK gegenwärtig vorhandene Informationen (Studien usw.) zu diesem Thema. Daneben steht der IFK bereits jetzt mit den weiteren Physiotherapieverbänden dazu im Austausch.

Mit einem Abschluss des Beratungsverfahrens ist nicht vor Mitte 2026 zu rechnen. Bis dahin können entsprechende Verordnungen mit KG ZNS nach Vojta behandelt und abgerechnet werden.

Der Beschluss zur Einleitung des Beratungsverfahrens kann auf der Internetseite des G-BA eingesehen werden: https://www.g-ba.de/beschluesse/7035/

Weitere Artikel

SHV nimmt Stellung zum Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen

2026 | 09.10. Der Spitzenverband der Heilmittelverbände hat gestern seine Stellungnahme zum Entwurf eines Gesetzes für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen veröffentlicht und in das parlamentarische Verfahren eingebracht. Mit dem Gesetz sollen die Digitalisierung des Gesundheitswesens weiterentwickelt, digitale Prozesse ausgebaut und der Austausch von Gesundheitsdaten verbessert werden.

Der elektronische Heilberufsausweis: Beantragung und Bestellung

2026 | 08.10. Da es sich bei der TI um ein geschlossenes Netz handelt, zu dem nur registrierte und authentifizierte Nutzer Zugang erhalten, müssen Sie sich als dafür berechtigte Person ausweisen. Dies geschieht mit dem eHBA, dem elektronischen Heilberufsausweis. Wie und wo Sie diesen beantragen, erfahren Sie in unserer heutigen Meldung aus der Reihe „TI: Schluss mit dem Aufschieben“.

K wie Kommunikation: Reden oder Schweigen bei der Praxisübergabe?

2026 | 06.10. Sie wollen innerhalb der kommende Jahre Ihre Physiotherapiepraxis auf- oder abgeben? Mit unserer Reihe „Praxisübergabe-ABC“ bekommen Sie einen ersten Überblick, welche Punkte Sie bei der Umsetzung und Planung beachten sollten. Heute: K wie Kommunikation. Reden und Schweigen – welches Schwermetall zu welcher Handlung passt, da scheiden sich die Geister. Doch was gilt beim Thema Praxisübergabe?