Knackpunkt Kiefer

Symposium am 14. IFK-Wissenschaftstag zeigt effektive Behandlungskonzepte auf

Das Symposium beim 14. IFK-Wissenschaftstag am 15. Juni stand in diesem Jahr ganz im Zeichen des Kiefergelenks. Dieses kann zweifelsohne zu den „Hidden Champions“ des menschlichen Körpers gezählt werden – ist es trotz seiner geringen Größe doch für essenzielle Alltagsfunktionen wie Sprechen, Kauen oder Lachen außerordentlich wichtig und dabei gleichermaßen leistungsstark. Mit dem Thema „Knackpunkt Kiefer - Effektive Behandlungskonzepte“ behandelte das Symposium die aktuellen Neuheiten der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Physiotherapeuten bei der effektiven Behandlung des Kiefergelenks. Insgesamt acht Hochschulabsolventen freuten sich zudem über den Gewinn eines der begehrten IFK-Wissenschaftspreise für ausgezeichnete Abschlussarbeiten in der Physiotherapie.

Gemeinsam mit der Hochschule Osnabrück hatte der Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten – IFK e. V. zum ersten Mal in die Hochschule Osnabrück geladen. Die dortigen Räumlichkeiten boten den renommierten Referenten des Symposiums sowie den Wissenschaftspreisträgern eine angemessene Bühne. Die Veranstaltung bot einen Austausch zwischen Praktikern und (angehenden) Wissenschaftlern sowie zwischen Praktikern in Praxen und Krankenhäusern.

Den Einstieg in das Symposium machte Prof. Dr. med. Harry von Piekartz von der Hochschule Osnabrück zum Thema Ursachen und Wirkmechanismen von Kieferbeschwerden. Er zeigte den rund 210 Teilnehmern auf, inwiefern das Kiefergelenk Ursache von Schmerzen im Gesicht ist. PD Dr. med. dent. Nikolaos Nikitas Giannakopoulos M. Sc., Oberarzt an der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik UK Würzburg, knüpfte daran an und thematisierte in seinem Vortrag den Zusammenhang von CMD und Haltungsveränderungen. Dabei zeigte er unter anderem den Weg von der Evidenz zur klinischen Implementation auf. Die folgenden Kurzpräsentationen der IFK-Wissenschaftspreisträger griffen Themen auf, wie Überprüfung der Aktualität der deutschen Physiotherapieausbildung im internationalen Vergleich, Training der Bewegungskontrolle bei Rückenschmerzen oder Verletzungsrisiken für Tänzer.

Im zweiten Vortragsblock des Symposiums gaben Prof. Dr. Pieter Dijkstra, Forscher am Department of Oral and Maxillofacial Surgery der Universität Groningen und die Kieferorthopädin Dr. med. dent. Claudia Ricken von der Kieferorthopädischen Fachpraxis Bensheim aktuelle Einblicke in die Versorgung von Kieferbeschwerden bei ausgewählten Patientengruppen. Daraufhin erläuterte Dr. med. dent. Ricken die Zusammenarbeit von Kieferorthopäden und Physiotherapeuten bei Kindern mit orofazialer Dysfunktion und Schmerzen.

Die diesjährigen Preisträger des IFK-Wissenschaftspreises in der Bachelor-Kategorie „Klinische Forschung“ sind:
 


  • 1. Preis – Nicola Morlock und Sasha Riede: „Implementierung der Basisassessments der niederländischen Schlaganfall-Leitlinie mittels einer interaktiven Schulung und Maßnahmen zur Transfersicherung auf einer deutschen Stroke Unit“, hsg Bochum

  • 2. Preis – Alyona Podkovyrova: „Untersuchung von Risikofaktoren für Verletzungen der unteren Extremitäten in einer Population von Tänzerinnen und Tänzern – eine Querschnittsstudie“, HS Osnabrück


Die diesjährigen Preisträger in der Bachelor-Kategorie „Literatur- und Übersichtsarbeiten/Konzeptentwicklung“ sind:
 


  • 1. Preis – Andrea Müller: „Analyse der physiotherapeutischen Ausbildung in Deutschland – eine Überprüfung der Aktualität im internationalen Vergleich unter besonderer Berücksichtigung des „First Contact“ – eine Expertenbefragung“, DIPLOMA Hochschule

  • 2. Preis – Rike Küppers: „Der Zusammenhang zwischen dem subakromialen Impingement Syndrom und der muskulären Aktivität – ein Literaturreview“, HS Osnabrück


Die diesjährigen Master-Preisträger sind:
 


  • 1. Preis – Jana Allofs und Katharina van Baal: „Effekte eines Trainings der Bewegungskontrolle und der taktilen Wahrnehmungsschärfe bei Patienten mit chronisch-unspezifischen Rückenschmerzen und „control impairment“ nach O’Sullivan – eine randomisierte kontrollierte Pilotstudie“, hsg Bochum

  • 2. Preis – Sabine Bütterhoff: „Der Einfluss von passiven Bewegungen der Brustwirbelsäule auf die physische Belastbarkeit bei Patienten nach einer Herzoperation. Eine Pilotstudie“, HS Osnabrück


Der IFK-Wissenschaftspreis ist mit insgesamt 5.000 Euro dotiert. Die Jury setzte sich wie folgt zusammen: Rick de Vries (Vorsitzender der Jury, stellv. IFK-Vorstandsvorsitzender), Prof. Dr. Christian Grüneberg (Hochschule für Gesundheit, Bochum), Monika Hümmelink, M.Sc. (Mitglied des IFK-Fachausschusses Fortbildung und Wissenschaft), Prof. Dr. Kerstin Lüdtke (Universität Lübeck), Prof. Dr. Jan Mehrholz (FH für Gesundheit, Gera), Prof. Dr. Axel Schäfer (FH Hildesheim), Prof.in Dr. Katharina Scheel (FH Kiel) sowie Prof. Dr. Christoff Zalpour (FH Osnabrück).

Zusätzlich wählte das Publikum mit Jacqueline Peuker und Yannick Traut von der HS Osnabrück (Bachelor-Kategorie) und Gesche Mohr von HS Osnabrück (Master- Kategorie) durch den Thieme-Verlag gesponserte Posterpreisträger aus.

Der IFK bedankt sich ganz herzlich bei allen Teilnehmern, Referenten und Besuchern des Wissenschaftstags.


Eine Fotostrecke vom 14. IFK-Wissenschaftstag gibt es hier.

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