Fachkräfteengpassanalyse für 2022 erschienen

Die Bundesagentur für Arbeit hat ihre Fachkräfteengpassanalyse für das Jahr 2022 veröffentlicht. Es wurden insgesamt 510 Berufsgattungen betrachtet. Für die Berufe in der Physiotherapie wurde dabei erneut ein Fachkräftemangel festgestellt.

Insgesamt wird 200 von diesen 510 Berufsgattungen ein Fachkräftemangel bescheinigt. In 2021 war dies nur bei 148 Berufsgruppen der Fall. Bei der Analyse wurden für verschiedene Indikatoren wie die sog. Vakanzzeit – also die Zeit, bis eine ausgeschriebene Stelle neu besetzt werden kann –, die Arbeitslosenquote und die Entwicklung des Durchschnittsgehalts Punkte von 0 bis 3 vergeben, aus denen ein Gesamtwert errechnet wurde. Je höher der Wert, desto eher liegt bei der bewerteten Berufsgruppe ein Fachkräftemangel vor.

Der Gesamtwert in der Physiotherapie liegt für 2022 bei einer Punktzahl von 2,7 – 2021 lag er bei 2,6. Die Erhöhung gegenüber dem Vorjahreswert lässt sich dadurch erklären, dass in diesem Jahr erstmals der Faktor „Arbeitslosenquote“ mit einbezogen wurde. Dabei hat die Bundesagentur für Arbeit die Physiotherapie aufgrund der geringen Anzahl an Arbeitslosen mit drei Punkten bewertet. Auch die Vakanzzeit hat sich im Vergleich zum Vorjahr erhöht: Durchschnittlich dauerte es im vergangenen Jahr 233 Tage, bis eine Physiotherapeutenstelle nachbesetzt werden konnte. In 2021 lag der Wert noch bei 201 Tagen.

„Um die physiotherapeutische Versorgung weiterhin sicherstellen zu können, müssen die Vergütung und die Arbeitsbedingungen in unserer Branche besser werden“, sagt Ute Repschläger, Vorstandsvorsitzende des IFK. „Im Koalitionsvertrag der aktuellen Regierung wurde festgeschrieben, die Arbeitsbedingungen der Gesundheitsfachberufe zu verbessern. Es ist dabei wichtig, diese so zu verändern, dass Therapeuten mit Freude und Engagement ihrer Arbeit nachgehen können. Gleichzeitig muss auch die Ausbildung attraktiver gestaltet und international vergleichbar werden – der Weg dahin führt über eine Vollakademisierung der Therapieberufe“, so Repschläger.

Insgesamt gehört die Physiotherapie zu den zehn Berufen mit den stärksten Indikatoren für einen Fachkräftemangel. Es weisen lediglich sechs Berufsgattungen mit 2,8 einen höheren Durchschnittswert aus, zum Beispiel Pflegekräfte und Zahnmedizinische Fachangestellte.

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