Sehfunktionsstörungen – vielschichtig und auch relevant für die Physiotherapie
Physiotherapie und Funktionaloptometrie weisen zahlreiche Schnittstellen auf. Beide Fachgebiete trainieren die Muskulatur und deren Steuerung, um Funktionen zu verbessern und Beschwerden zu reduzieren. Viele Bewegungseinschränkungen und Fehlhaltungen gehen mit visuellen Problemen einher. Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit eröffnet daher neue Möglichkeiten, Patienten ganzheitlich zu unterstützen. In einem Gastbeitrag in der IFK-Mitgliederzeitschrift physiotherapie erläutert die Dipl. Optometristin und Augenoptikerin Silvana Meerkatz, wie Physiotherapie und Funktionaloptometrie voneinander lernen können.
Die Funktionaloptometrie beschäftigt sich mit der Analyse und dem gezielten Training visueller Funktionen. Damit bieten sich alternative Lösungswege, wenn eine Korrektion mit Brille oder Kontaktlinsen allein nicht zur Beschwerdefreiheit bei komplexen, dynamischen Sehproblemen führt. Grundlage ist eine umfassende optometrische Analyse der Sehfunktionen, bei der insbesondere das Zusammenspiel beider Augen, die Scharfstellung auf unterschiedliche Entfernungen sowie die Augenbewegungen untersucht werden.
Funktionsstörungen des Sehens können sich vielfältig äußern und Auswirkungen auf den gesamten Körper haben. Sie spielen unter anderem in der Kinderoptometrie, der visuellen Rehabilitation, im Myopie-Management und in der Sportoptik eine Rolle. Auch Menschen mit hohen Sehanforderungen, beispielsweise am Bildschirmarbeitsplatz, können von einem gezielten Training ihrer visuellen Leistungsfähigkeit profitieren. Häufig bestehen zugleich Schwierigkeiten mit der Motorik, der Koordination oder der Körperhaltung.
Die Physiotherapie und die Funktionaloptometrie haben daher viele Anwendungsbereiche, in denen ergänzend Hand in Hand gearbeitet und voneinander gelernt werden kann. Ein enger Austausch, interne Weiterbildungen und ein offener, ganzheitlicher Blick können den Arbeitsalltag sehr bereichern. Hiervon profitieren nicht nur die einzelnen Fachgebiete, sondern in erster Linie der gemeinsame Patient.
Den vollständigen Fachbeitrag lesen Sie in der physiotherapie 3-26