Die Preisträger des IFK-Wissenschaftspreises im Fokus – Teil 2

Mit dem Ziel, die wissenschaftliche Arbeit in der Physiotherapie und eine Akademisierung des Berufsstandes zu unterstützen, kürte der IFK beim diesjährigen Tag der Wissenschaft bereits zum elften Mal die besten Abschlussarbeiten aus Studiengängen der Physiotherapie.

Die ausgezeichneten Forschungsergebnisse der Preisträgerinnen und Preisträgern des 11. IFK-Wissenschaftspreises können sich wahrlich sehen lassen. Aus diesem Grund stellen wir Ihnen die einzelnen Abstracts der preisgekrönten wissenschaftlichen Arbeiten noch einmal vor.

Die zweite Preisträgerin der Serie ist Petra Klein (HAWK Hildesheim), die mit ihrer Abschlussarbeit zum Thema „Visuelle Untersuchung der Haltung von Becken und Lendenwirbelsäule im Sitz und im Stand. Eine Validierungsstudie bei Probanden mit und ohne lumbale Rückenschmerzen“ den IFK-Posterpreis in der Master-Kategorie erhielt:

Einleitung
Fehlhaltungen der Wirbelsäule, besonders in sagittaler Ebene, werden mit chronischen lumbalen Rückenschmerzen in Verbindung gebracht. Valide Messmethoden zur Erfassung der Haltung sind notwendig, fehlen jedoch häufig. Die Beurteilungsfähigkeit der Haltung durch Physiotherapeuten/innen ist daher von besonderem Interesse. Das ultraschallbasierte System CMS 20 der Zebris medical GmbH bietet ein objektives Verfahren, um die Haltung zu erfassen. Diese Studie untersucht die Validität der Haltungsbeurteilung durch Zebris im Verhältnis zu einer Physiotherapeutin. Weiter untersucht diese Studie, ob es Haltungsauffälligkeiten zwischen einer Personengruppe mit chronischen unspezifischen Schmerzen im unteren Rücken im Verhältnis zu einer gesunden Gruppe gibt.

Methode
Es nehmen 30 Frauen und 20 Männer im Alter von 34 bis 76 Jahren an dieser Untersuchung teil. Es werden 25 nach Alter, Geschlecht und BMI zusammenpassende Paare gebildet, davon ist je ein/e Teilnehmer/in der Schmerzgruppe und der gesunden Gruppe zugeteilt. Die lumbale Lordose, die Gesamtrumpfneigung und der Sakralwinkel werden über einen Taststab erfasst. Eine Physiotherapeutin beurteilt zusätzlich visuell diese Parameter.

Resultate
Validität: Der Grad der Übereinstimmung beträgt 22-64%. Das gewichtete kappa hat einen maximalen Wert von 0,424 für die Gesamtrumpfneigung im Stand. Die ermittelten Werte erscheinen akzeptabel im Hinblick auf vergleichende Literatur. Problematisch für die Physiotherapeutin scheinen die Differenzierung zwischen geringer und neutraler Lordose im Stand und die Feststellung einer leichten Rumpfrückneige im Stand. Bei allen Parametern im Sitz und bei der Beurteilung des Sakralwinkels im Stand konnte keine eindeutige Beurteilung vorgenommen werden.
Unterschiede zwischen den Gruppen: Zum Signifikanzniveau 0,05 können keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen festgestellt werden.

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